Murmeltier Routine

Sei gegrüßt, Murmeltier!

Ja, ich mag Abwechslung im Alltag oder im Job. Und ja, mir ist es wichtig, mich regelmäßig weiterzuentwickeln. Eines darf dabei aber nicht fehlen: meine geliebte Routine! Ich mag es, wenn ich für gewisse Tätigkeiten wie im Haushalt einen festen Tag habe, wenn ich mich an feste Uhrzeiten halte (z.B. zum Aufstehen) und die Stunden gut durchplanen kann. Andererseits habe ich in meinem Blogpost „Mein einsamer Rummelplatz“ geschildert, wie ich mich in meiner immergleichen Routine irgendwann leer und einsam fühlte. Wann ist Routine also eigentlich ein Energielieferant und wann steht sie im Weg? Seid ihr eigentlich Gewohnheitstiere oder nicht? Überlegen wir mal, welche Faktoren eine Rolle spielen könnten:

Pflicht oder Freizeit

Bei der Arbeit mag ich eine gewisse Routine. Zwar bin ich gerne kreativ und liebe abwechslungsreiche Aufgaben, aber ich brauche auch einen Teil, der immer wiederkehrt und den ich mit Freude und Fleiß beackern kann. Schon in der Schule hatte ich kein Problem damit, (fast) jeden Abend kurz meine Unterlagen durchzusehen – nicht weil ich ein ehrgeiziger Streber war, sondern aus einem nicht hinterfragten Automatismus heraus, den ich mir einmal angewöhnt hatte. Auch eine effiziente Morgenroutine (Siri erklärt, wie sie funktioniert) ist mir wichtig. Dagegen engen mich Routinen in der Freizeit ein, statt Geborgenheit zu schenken. Tätigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Puzzeln ein festes Zeitfenster zuzuweisen, raubt mir die Freude daran. Ich brauche Routine also für die nötige Effizienz, breche in meiner Freizeit aber gerne aus alten Mustern aus.

Alleine oder zusammen

Ein paar Rituale gibt es wohl in jeder Freundschaft oder Beziehung, grundsätzlich habe ich aber gerne so viel Abwechslung wie möglich. In einer Wochenendbeziehung im gleichen Zeitfenster immer das gleiche zu unternehmen, würde mich frustrieren und langweilen. Auch verschiebe ich meine Pläne (relativ) problemlos mal für ein Treffen mit Freunden. Dagegen bin ich in der Einsamkeit sehr gerne routiniert. Ich beziehe meine Kraft nicht nur typisch introvertiert aus der Ruhe, sondern auch aus meinem gleichförmigen Routinerahmen, in dem ich mich dennoch achtsam und kreativ bewegen kann. Auch hier bin ich wohl kein reiner Routinemensch – was könnte es noch für Kriterien geben?

Murmeltier Routine
Routine macht produktiv und schenkt Geborgenheit. Aber nur wenn wir ab und zu ausbrechen, können wir uns weiterentwickeln!

Konsum oder Kreativität

Beispielsweise beim Medienkonsum brauche ich Abwechslung, ich habe so gut wie nie Lust, zwei Bücher desselben Genres oder Autors hintereinander zu lesen (außer bei einer Reihe). Bei kreativen Tätigkeiten dagegen ist eine Antwort gar nicht so einfach. Ich glaube, hier ist ein Mittelmaß aus Gewohnheit und Abwechslung am besten. Vielleicht könnt ihr euch mit der Situation beim Schreiben identifizieren: Einerseits brauche ich hier eine gewisse Routine, um produktiv sein zu können. Wenn ich nicht wöchentlich vor einem Blogpost für quergetippt sitzen würde, wäre die Hürde zum Schreiben vermutlich immer höher. Wichtig ist mir hier auch eine gewisse ähnliche Rahmensituation, z.B. schreibe ich am liebsten morgens in aller Stille (was sich natürlich leider nicht immer mit dem Studium oder sonstigen Pflichten vereinbaren lässt). Andererseits funktioniert Kreativität nicht ohne Abwechslung. Man muss mal rausgehen, mal umdenken, mal Neues auszuprobieren, um inspiriert zu bleiben. Auch hier macht´s wohl der Mix.

Routinemensch – gut oder schlecht?

Würdet ihr euch als Routineliebhaber bezeichnen? Ich mich zum Großteil wahrscheinlich schon. Denn ich plane gerne, greife lieber auf Altbewährtes zurück, statt Neues auszuprobieren, und würde behaupten, dass andere Menschen wissen, wie sie bei mir dran sind. Bis auf turbulente Ausnahmephasen, die wohl jeder ab und an braucht, mag ich es lieber ruhig und harmonisch. Wenn ihr euch wie ich mehr zu den Gewohnheitstieren zählt, gibt es natürlich auch Baustellen für uns zu beackern: Wir könnten flexibler im Kopf werden, statt vor Spontanvorschlägen, neuen Ideen oder großen Veränderungen erstmal zurückzuschrecken. Wir sollten öfters auf unser Bauchgefühl hören, statt über alles ewig nachzudenken. Und vor allem sollten wir uns regelmäßig ermahnen, nicht zu stagnieren – denn dauerhafte Komfortzonen sind Gift für die Weiterentwicklung. Solange wir das beachten, können wir uns getrost über den täglichen Gruß des Murmeltieres freuen. Was meint ihr?

Seid ihr Routinemenschen oder liebt ihr die Abwechslung? Kommt das bei euch auf den Bereich an?

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