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eReader-Vergleich: Tolino Vision 4 HD & Kindle Voyage

Für alle Bücherwürmer und Leseratten, die sich für einen eReader interessieren, vergleichen wir heute unsere beiden Modelle Tolino Vision 4 HD und Kindle Voyage, die wir jeweils seit etwa drei Monaten in Gebrauch haben. Die Geräte wurden uns nicht gesponsert.

Siri: Tolino Vision 4 HD

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Technische Daten vom Hersteller (Tolino):

  • Maße: 114 x 163 x 8,1 mm
  • Gewicht: 175 g
  • Akkulaufzeit: mehrere Wochen
  • Display: E Ink Carta™ Display mit HD-Auflösung (300 ppi, 1448 × 1072 Pixel), 15,24 Zentimeter (6 Zoll)
  • Speicher: 8 GB, davon 6 GB für Inhalte, 25 GB in der Tolino Cloud
  • Sonstiges: Tap2Flip, Water Protection bis 30 min in 1 m Tiefe, Wörterbuch- und Übersetzungsfunktion, Smart Light-Beleuchtung
  • Neupreis: 169 € (Stand: 29.03.2018, Shop: Thalia)

Warum ich mich hauptsächlich für den Tolino Vision 4 HD entschieden habe, ist die Smart Light-Beleuchtung. Oder viel mehr die Möglichkeit, die Farbtemperatur selbst zu wählen, die bei mir dauerhaft ziemlich warm ist, um dem blauen Displaylicht immerhin beim Lesen zu entgehen. Dazu drücke ich auf den rechten Knopf auf der Oberseite des Geräts und komme automatisch ins Farbmenü, das ich anschließend mit einem Klick verlassen und direkt zurück auf die Seite gelangen kann. Auch der Wasserschutz war ein Kriterium, mich für dieses Modell zu entscheiden, da beim Lesen in der Badewanne mitunter hohe Luftfeuchtigkeit herrschen kann.

Bücher kann ich im ePUB-Format kaufen, wo ich will und in die Tolino Cloud auf der Thalia-Seite hochladen. Einfacher ist natürlich, sie direkt bei Thalia zu erwerben, was auch recht penetrant auf der Startseite meines eReaders beworben wird – plumpes Marketing für Anfänger nach dem Motto „Wie Sie Ihre Kunden garantiert vergraulen“! Denn als Kundin zahlte ich nicht nur den (horrenden) Preis, sondern darf mich anschließend noch mit nicht wegschaltbaren Buchempfehlungen von Thalia zuballern lassen. Dafür aktualisiert es die Cloud automatisch mit dem eReader über WLAN, lästiges Kabeleinstecken ist überflüssig.

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169 €, damit ich permanent mit Werbung von Thalia vollgeballert werde? Na danke.

Die Akkulaufzeit ist enorm hoch, ich lese pro Tag maximal 30 Minuten damit und musste den eReader während der ganzen drei Monate erst dreimal aufladen.

Nun zum Leseerlebnis. Wenn ich schon keine Tasten zum Blättern an den Rändern habe, erwarte ich, dass der Touchscreen einwandfrei funktioniert. Tut er selten. Beispiel: Wenn ich mit der linken Hand blättern will, muss ich kräftig ausholen (hallo, Handydaumen, tschüss, Daumengelenk!) und mit den Nägeln kratzen, damit die nächste Seite erscheint. Oft klappt dies nicht und ich gelange stattdessen ins Menü oder bediene versehentlich den Schieberegler des gesamten Buches, sodass ich mich plötzlich 100 Seiten weiter vorne befinde. Gelegentlich reagiert der Tolino verzögert oder gar nicht, was das eigentlich entspannte Lesen zum Kampf Ich vs. Gerät werden lässt.

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Mit der linken Hand zu lesen ist so gut wie unmöglich.

Mir kommt es vor, als ob die gesamte Software in Verbindung mit der Bedienung oftmals hängt. Resetten musste ich das Gerät auch schon, weil sich der Tolino mitten beim Lesen verabschiedet und auf nichts mehr reagiert hat. Na super. Generell empfinde ich die Kalibrierung als grobschlächtig, wehe dem, der versucht, seine E-Mail-Adresse oder das WLAN-Passwort einzugeben! Und versucht bloß nicht, die Schriftgröße zu ändern, akute Jähzorngefahr! Ich muss auch relativ fest und fingernagelbewaffnet drücken, um überhaupt irgendwelche Aktionen zu starten, die dann leider schwerfällig vonstatten gehen oder hängen.

Fazit zum Tolino Vision 4 HD

+ Der große Pluspunkt ist die Einstellung der Farbtemperatur, auch der einzige, weshalb ich das Ding noch nicht längst an die Wand geschmissen habe. Die kabellose Synchronisation der Tolino Cloud ist aber auch nett.

Die Werbung des Shops, von dem ihr den Tolino bezieht, empfinde ich einfach nur dreist und fühle mich leicht veräppelt – 169 Euro dafür, dass ihr mich zwingt, jeden Tag eure Buchempfehlungen sehen zu müssen?

Für 169 € erwarte ich zudem eine zuvorkommende Bedienung samt exaktem Display. Stattdessen halte ich eine Steintafel in den Händen, in die ich auf gut Glück mit den Fingernägeln etwas einritzen darf. Dass sich das Gerät zusätzlich oft aufhängt, ist unter aller Kanone.

Ich kann den Tolino Vision 4 HD zum Preis für 169 € keinesfalls weiterempfehlen und suche wahrscheinlich selbst nach einer Möglichkeit, ihn wieder loszuwerden. Da war ich ja mit meinem 60 €-eReader von Trekstor zufriedener!

Fran: Kindle Voyage

 

Technische Fakten vom Hersteller (Amazon):

  • Maße: 162 x 115 x 7,6 mm
  • Gewicht: 180 g
  • Akkulaufzeit: ca. 2 Monate (ausgeschaltetes Licht, ausgeschaltetes WLAN); bei ca. 30 Minuten Nutzung täglich etwa 1-2 Wochen
  • Display: E-Ink der Carta-Generation, 16 Graustufen, Auflösung 1080 x 1440 px (300 ppi), 15,24 Zentimeter (6 Zoll)
  • Speicher: 4 GB
  • Sonstiges: PagePress, intelligentes Frontlicht, WLAN+3G, Wörterbuch- und Übersetzungsfunktion
  • Neupreis: 189,99 € (Stand: 29.03.2018, Shop: Amazon)

Ich habe den Voyage gebraucht geschenkt bekommen, ansonsten hätte ich mich lieber für einen Nicht-Amazon-Reader entschieden. Denn der Kindle kann das gängige ePUB-Format nicht lesen, sondern zielt darauf ab, direkt über Amazon eBooks im MOBI-Format zu kaufen. Das finde ich unpraktisch, da ich erstens bereits ePUB-Exemplare auf dem PC habe, die ich übertragen will, und ich es zweitens ärgerlich finde, unfreiwillig an Amazon gebunden zu werden. Über einen Umweg mit dem Programm Calibre kann man ePUB-Dateien immerhin relativ einfach und legal in MOBI konvertieren und per USB-Anschluss auf den Kindle übertragen. Alternativ werden Dokumente einfach per Mail an den Reader gesendet. Noch ein kleines Manko: Die Akkulaufzeit ist als „mehrere Wochen“ angegeben, dennoch muss ich den Reader ca. alle ein bis zwei Wochen laden, obwohl ich ihn nur ein paar Male pro Woche für weniger als eine Stunde nutze.

Jetzt aber zum Positiven: Der Kindle Voyage liegt bequem, rutschfest und leicht in der Hand und hat eine gestochen scharfe Grafik. Der Lesespaß ist also gegeben und das in jeder Lichtsituation, da sich die intelligente Beleuchtung ganz ohne Zutun anpasst. Die Bedienung erfolgt per Touchscreen oder über vier Sensortasten, die beim Draufdrücken leicht vibrieren (was man aber ausschalten kann). Praktisch finde ich die sogenannte PageFlip-Funktion, mit der man über einen Touch-Schieberegler schnell zwischen den Seiten hin und her springen kann. Der Aus-Knopf befindet sich auf der Rückseite statt an der Unterkante, wodurch Wurstfingerkandidaten wie ich das Gerät nicht versehentlich ausschalten. Ansonsten sind dank WLAN einige Spielereien möglich, beispielsweise lassen sich unbekannte Wörter gleich in einem Onlinewörterbuch nachschlagen oder Zitate über Twitter teilen (nicht, dass ich euch das antun will). Das frisst natürlich ordentlich Akku, weswegen ich es meist lieber ausgeschaltet lasse.

Fazit zum Kindle Voyage

Es nervt, dass Amazon ein eigenes Dateiformat vertreibt, wodurch Konvertierungen alter eBooks bzw. das Übertragen vom PC auf den Reader und umgekehrt umständlich sind.

Die Akkulaufzeit könnte länger sein.

+ Die Auflösung ist gestochen scharf und die Beleuchtung passt sich tatsächlich optimal an die Lichtverhältnisse an.

+ Die Bedienung ist über die PagePress-Tasten und das Touchpad intuitiv und angenehm. Wer vor dem stolzen Neupreis nicht zurückschreckt, erhält einen hochwertigen eReader!

Habt ihr einen eReader und wenn ja, welchen? Wie sind eure Erfahrungen?

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