Zufrieden im Studium

Zufrieden im Studium

Habt ihr euer Traumstudienfach gefunden? Glückwunsch! Allen, denen es (wie mir) nicht so geht: Was tun? Für alle, die nicht abbrechen, sondern dranbleiben wollen: Ich plaudere heute mal aus dem Nähkästchen, wie ich es geschafft habe, vom frustrierten Fh-Hass zur zufriedenen Studentin zu werden.

Die Ausgangslage

Ich studiere seit einigen Semestern „was mit Medien“ an einer Hochschule (hier vereinfacht Fh genannt). Genaueres könnt ihr in unserem gemeinsamen Blogpost „Uni oder Fh?“ nachlesen. Schon kurz nach Beginn wuchs meine Unzufriedenheit. Die rein praxisorientierte Wissensvermittlung, das unterfordernde System und die unzähligen Gruppenprojekte nervten mich. Ich stellte mir im Vergleich oft die intellektuellen Uni-Studenten vor, wie sie wissenschaftlich debattierten oder an hochkarätigen Forschungsarbeiten schrieben. Was konnte ich schon außerhalb von Projekten und Präsentationen? Ich fühlte mich wie ein Student zweiter Klasse.

Zufrieden im Studium
Das Studium ist zu allgemein? Oder zu speziell? Es unter- oder überfordert euch? Ergreift selbst die Verantwortung und findet euren Weg.

Mein persönlicher Wendepunkt

Was folgt, wenn man seine Unzufriedenheit erkennt, aber nichts daran ändert? Genau, Frustration! Daher dachte ich mir: „Dann ist die Fh eben nicht das, was ich mir unter einem Studium vorgestellt habe. Aber ist deswegen alles schlecht? Nein!“ Ich möchte mein Ziel, den Bachelor-Abschluss, nicht zähneknirschend, sondern halbwegs zufrieden erreichen. Wie? Lasst euch die folgenden fünf Ideen mal durch den Kopf gehen:

  1. Kein Blick zurück: Das Sinnloseste auf Erden ist, sich über vergangene Entscheidungen zu ärgern und ständig auf unerreichbare Alternativen zu schielen. Also schaut nach vorne!
  2. Der Sinn des Le… äh, Studiums: Ihr fragt euch, wofür ihr eigentlich die ganze Zeit büffelt? Oder habt das Gefühl, weniger Großes zu leisten als Freunde in anderen Studiengängen? Seid nicht zu hart mit euch selbst! Mich belastete zum Beispiel, dass ich zwar permanent gestresst vor mich hin rackerte, aber mein Studium am Ende als weniger wert gelten würde als ein Uni-Abschluss (was ich ja auch einsehe). Jetzt denke ich mir: Na und? Vielleicht tauge ich am Ende nicht gerade für einen Forschungskongress, aber immerhin bin ich durch die vielen Gruppenprojekte und Seminare vielseitig ausgebildet, belastbar und teamfähig – das ist auch etwas wert. Wie sieht es bei euch aus? Jede Erfahrung bringt euch weiter!
  3. Positive Vibes: Jedes Studium hat seine Nachteile, aber was bringt es, sich darüber zu ärgern? Konzentriert euch also auf das Positive. Mir gefallen beispielsweise die Vorlesungen von Uni-Gastprofessoren zu Medienthemen, Projekt- und Marketingseminare mit Mehrwert und Praxismodule mit externen Partnern. Man kann immer das Negative sehen und jammern (Siri hat zum Thema Gejammer einen tollen Blogpost verfasst). Man kann es aber auch lassen und stattdessen das Beste aus seiner Lage machen!
  4. Selbst ist der Student: Ihr lernt nichts in der Vorlesung? Arbeitet euch selbst in die Fachlektüre ein! Ihr wisst nicht, was ihr mit eurem Wissen anfangen sollt? Sucht euch einen Praktikumsplatz (psst, hier verrät euch Siri, wie ihr zum perfekten Praktikanten werdet)! Ihr habt keine Lust auf zähe Gruppenarbeit? Bringt euch selbst ein und versucht, das Teampotential auszuschöpfen! Es liegt an euch, was ihr aus dem Studium macht.
  5. Kompetenz statt Qualifikation: Was ist letztendlich am wichtigsten für eure Persönlichkeitsentwicklung oder für den Lebenslauf, mit dem ihr euch auf den Traumjob bewerbt? Meistens nicht irgendwelche ECTS auf dem Papier, sondern selbst erworbene Kompetenzen. Gebt die Verantwortung für eure Fähigkeiten also nicht an eine Institution ab, sondern kümmert euch selbst darum! Sucht in der Freizeit nach einem Gebiet, auf dem ihr euch mit Leidenschaft weiterentwickelt, ob Bloggen, Fotografieren oder Filmedrehen. Niemand kann überall gut sein. Aber jeder kann in seiner Nische der Beste werden!

Ihr seht, ich habe mittlerweile Frieden mit meinem Fh-Studium geschlossen und erkannt, wie ich das Beste aus den Gegebenheiten machen kann. Seither bin ich viel zufriedener und kann mich ohne ablenkende Zweifel auf mein Ziel konzentrieren. Vielleicht helfen euch solche Gedanken auch für euren Studiengang?

Wie geht ihr mit Frust und Zweifeln im Studium um?

Bilderquelle: Pixabay

8 Antworten auf „Zufrieden im Studium

  1. Hey Fran :)
    Wie schade das du mit deinem Studium gehadert hast. Ich hab ja auch selbst ein praxisorientiertes Studium hinter mir und würde es wirklich immer wieder so machen.
    Aber es ist schön zu hören, dass du jetzt besser damit klar kommst :)
    Beste Grüße,
    Laura

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    1. Hi Laura,
      was hast du denn studiert bzw. in welchem Bereich, wenn ich fragen darf? :) Ich glaube, je nach Fach ist es mehr oder weniger sinnvoll, viel Praxis im Studium dabeizuhaben. Bei Medien zum Beispiel finde ich persönlich es einfach bedenklich, kommunikationswissenschaftliche (oder andere geisteswissenschaftliche) Aspekte zu vernachlässigen – aber immerhin habe ich mittlerweile ein paar Module dazu. Von daher gebe ich mich wie gesagt zufrieden. :)
      Viele Grüße!
      Fran

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      1. Sorry, ich hatte nicht gleich die Verknüpfung zum Bücherzelt-Blog auf dem Schirm – jetzt weiß ich das mit Public Management wieder ;) Aber du kannst natürlich gerne noch was dazu sagen, wenn noch magst. LG!

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      2. Ich hab meinen Bachelor im öffentlichen Bereich gemacht. In meinem Studium war es sogar so, dass ich die Hälfte davon im Praktikum verbracht habe – das hatte zwar zur Folge, dass ich in eine 40h Vorlesungswoche und keine Semesterferien hatte (die Zeit für die Praxisphasen musste ja rausgearbeitet werden) aber für mich hat es sich gelohnt. Denn ich muss ehrlich sagen: viele Freunde die an Unis waren, haben mit dem Bachelor gar keine oder zumindest keine zufriedenstellende Arbeit gefunden. Bei mir ging alles ganz schnell und ich bin mehr als zufrieden und an die Stelle bin ich durch meine Praxisphasen gekommen :)
        Für mich war es super, ich kann mir aber auch vorstellen, dass es nicht für jeden etwas ist – da ist halt jeder anders :)

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        1. Wow, das hört sich ja stressig an! Aber dafür ist so ein hoher Praxisanteil auf jeden Fall viel wert. Auch wenn ich die theoretische Vertiefung im Studium oft vermisse, bin ich gleichzeitig froh um meine vorherige Ausbildung und dass wir ein Praxissemester als Teil des Studiums absolvieren müssen. Ich verstehe also gut, was du meinst :)

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          1. Ja das war es manchmal auch aber mit der Zeit ist man es ja gewohnt ;)

            Es kommt halt immer auf den Inhalt an – mal macht praktisches Lernen Sinn und mal nicht. Da macht es glaub einfach die richtige Mischung :)

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  2. Wie lustig, mein „Studieumsproblem“ ist quasi das komplette Gegenteil: null Praxis, viele große Worte und sehr sehr viel Stress und hohe Anforderungen. Auf jeden Fall interessant zu sehen, dass wie meistens die Mitte eher das Wahre ist und gut, dass du daran erinnerst, nicht zu viel zurückzuschauen, damit hadere ich nämlich auch.
    Liebe Grüße,
    Helen

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    1. Schön zu hören, dass du dich teilweise mit meinen Erfahrungen identifizieren kannst! :) Das mit dem fehlenden Praxisbezug wundert mich bei deinem Fach ein bisschen, als Außenstehender denkt man ja immer, Jurastudenten würden die ganze Zeit Anwendungsfälle lösen. Oder meinst du Praxis eher im Sinne von Gruppenprojekten, Referaten usw.?
      Viele Grüße
      Fran

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