Rezension: Das Elixier der Jugend

Vor kurzer Zeit ist Franz-Udo Piechotta-Flemming mit der Frage an uns herangetreten, ob wir sein neu erschienenes Buch „Das Elixier der Jugend“ rezensieren möchten. Ja, warum nicht?

Darum geht’s

Francesco, Halbitaliener, Arzt und Journalist aus Berlin, bekommt eines Tages ein Päckchen geliefert. Der Absender ist ein Templerorden aus Florenz. Kurz darauf stehen zwei Italienerinnen mit einer Geheimrezeptur eines Elixiers auf seiner Matte, die von eben diesem Orden gejagt werden. Was hat es mit der Rezeptur auf sich? Und was genau will dieser Templerorden eigentlich? Können Francesco, Laura & Gina mit Hilfe ihrer Bekannten die Verfolger abschütteln?

Erzählebenen

Beim Lesen ist mir zunächst aufgefallen, dass es auf der Ebene der Histoire, also des Dargestellten, im Prinzip zwei Erzählebenen gibt: die inhaltliche, in der die Handlung passiert und die der Wissensvermittlung, welche eher nach der Stimme des Autors klingt. Beide sind miteinander vermischt, die Leser begleiten also die Handlung rund um Figur Francesco und werden dabei häufig in dessen ausufernde Gedanken gesogen, die dazu dienen, Wissen zu vermitteln.

Zum Beispiel über die Evangelien, wie Dechiffrieren funktioniert, was es mit Kosmetikverordnungen, Absinth und Marketing auf sich hat. Ich empfinde dies als sehr lehrreich und war von der Fülle der Infos positiv überrascht. Zeitweise hat mich die offensichtlich geübte Kritik, beispielsweise an der Dummheit der Gesellschaft, jedoch die Augenbrauen hochziehen lassen.

Figuren & Handlung

Womit ich direkt zur Hauptfigur Francesco überleiten kann: Schon auf den ersten Seiten erweist er sich als leicht cholerischer, extrem arroganter Geselle, der in Stereotypen denkt. Tatsächlich hat der Autor ausnahmslos Stereotypen geschaffen. Da sind zum Beispiel die italienischen Sexsymbole, deren klischeehaften Eigenschaften oft nochmals extra betont werden müssen. Da Francesco für mich als Unsympath fungiert, verwundern seine antifeministischen und degradierenden Aussprüche auch nicht. Oder die russischen Bodyguards, die natürlich wie Schränke aussehen und aus dem Flachmann ziehen. Ich hätte es besser gefunden, die Merkmale der Figuren subtil zu transportieren, statt die Leser gleich mit Schubladendenken zu erschlagen.

In Bezug auf die Handlung kann ich leider nicht zu viel verraten. Mir ist aufgefallen, dass sie aufgrund der Wissensvermittlung sehr in den Hintergrund gerät. Ein paar mehr Ortswechsel hätten durchgeführt werden können, dies ist jedoch Geschmackssache und so ist das Geschehen ja auch vollkommen nachvollziehbar und spannend zu lesen.

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Ein kurzes Wort zur Darstellung …

Shaker Media ist laut Udo Flemming ein kleiner Verlag mit knappen Ressourcen, trotz allem störten mich die Orthographie- und Interpunktionsfehler, die auf einfache Weise hätten getilgt werden können. Ich denke, dem Verlag darf auch vorgeworfen werden, den Autorennamen auf dem – übrigens sehr, sehr schönen – Cover falsch gedruckt zu haben?

Lieber Udo, ich weiß, dass du dir dieser Fehler bewusst bist und deswegen schon genug Kritik einstecken musstest, bei meiner Rezension kann ich diesen Teil jedoch nicht guten Gewissens auslassen und tue dies hoffentlich mit einem gewissen Charme. Allerdings hast du mir ja schon verraten, dass die eBook-Ausgaben dank neuer Software dahingehend verbessert werden, weshalb dem Lesevergnügen nun nichts mehr im Wege steht!

Mein Fazit zu „Das Elixier der Jugend“

+ Ich habe so viel über die Evangelien erfahren, wie in zwölf Jahren Religionsunterricht in der Schule nicht. Auch die anderen Fakten sog ich begierig auf und freute mich stets über den Erkenntnisgewinn.

Gelegentlich war mir die Gesellschaftskritik, die Francesco in den Mund gelegt wurde, zu auffällig, da ich kein Fan davon bin, wenn Autoren ihre Figuren plump als Sprachrohre für eigene Ansichten verwenden. Etwas mehr Subtilität wäre hier schön, auch in Bezug auf die Figuren-Stereotypen.

+ „Das Elixier der Jugend“ ist alles in allem amüsant zu lesen. Egal, ob in der Urlaubstasche oder bei Kerzenschein im Ohrensessel, durch ihre Vielseitigkeit bietet die Geschichte tatsächlich Unterhaltung für zwischendurch, wie es auch der Klappentext schon sagt. Für alle, die beim Lesen gerne Mitdenken! Und italienische Orden samt Geheimnissen und Rezepturen sind spätestens seit Dan Brown ein gern gelesenes Thema, mit dem ich mir bereitwillig den Alltag versüße.

Bibliographische Angaben

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