Sieben Tage Rom – Teil 1/2

Sieben Tage Rom – ist das nicht schrecklich langweilig? Wo isst man am besten, wo wohnt  man günstig? Und was zur Hölle tut man, wenn es Ende März selbst in Bella Italia wie aus Eimern schüttet? Dies und weitere Anekdoten wollen wir euch in zwei Blogposts zu unserer Urlaubswoche in Rom verraten!

Reise & Unterkunft

Wir hatten die Flüge bereits an Weihnachten gebucht, uns die bequemsten Zeiten herausgesucht und sind so am Samstagvormittag mit Ryanair vom Flughafen Nürnberg nach Rom Ciampino (ca. 1,5 h) gestartet. Dort haben wir direkt am Flughafen ein Wochenticket für den Nahverkehr (24 €) gekauft und sind mit der Buslinie 520 zur nächstgelegenen Metro-Station (Haltestelle: Tuscolana) gefahren. Tipp: Fotografiert euch den U-Bahn-Plan im Vorfeld irgendwo ab oder ladet ihn als pdf-Datei auf euer Smartphone!

Unser Appartement in der Via dei Castani haben wir über Airbnb gebucht. Zum Glück, denn so waren wir vollkommen frei, konnten kochen, wann wir wollten und hatten kein „Gast“-Gefühl, das sich in Hotels schnell einstellt. Noch dazu war die Wohnung unglaublich stylish eingerichtet, was schon allein für einen Anstieg unseres derzeitigen Lebensstandards sorgte. Selbst wenn wir also nur in der geschmackvoll eingerichteten Wohnung geblieben sind, war dies eine tolle Abwechslung zur schnöden Studentenbude. Tipp: Offline-Stadtkarte als App zuhause herunterladen und mit Hilfe von GPS den Weg problemlos finden!

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Die Unterkunft lag in einem sehr einheimischen Viertel, bis zum Hauptbahnhof Termini benötigten wir mit der U-Bahn etwa 25 Minuten. Wir hatten in direkter Lage viele Einkaufsmöglichkeiten (kleine Garagen, nicht zu vergleichen mit deutschen Supermärkten), eine Tavola und einige Restaurants. Tipp: Draufzeigen und grunzen mag funktionieren, eignet euch aber besser ein paar italienische Vokabeln an, denn Englisch spricht fast niemand.

Tag 1: Der Nudelreis

Wir sind etwas durchs Viertel geschlendert und haben eingekauft, denn nach all dem überteuerten Weißmehl-Quatsch vom Flughafen wollten wir mal wieder gesund essen. Dabei sahen wir ein Aquädukt und vor allem Müll auf den Straßen. So kauften wir beispielsweise Reis und bereiteten ihn, ganz normal, nach der Quellmethode zu. 20 Minuten später der Schock: Hilfe, das schmeckt ja wie Nudeln – warte, es SIND Nudeln! Ratet, welche zwei Holzköpfe folglich zerkochte Nudeln in Reisform gegessen haben? Tipp: Haferflocken und Vollkornprodukte gibt es nur in Bio-Supermärkten wie Pam Local.

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Tag 2: „Von der Traufe in den Regen“

Eigentlich wollten wir an diesem Tag eine Radtour auf der Via Appia Antica machen, hatten auch schon die Fahrräder im Vorfeld online gebucht. Leider schüttete es wie aus Eimern, was uns – gelegentlich schwer von Begriff – nicht davon abhielt, loszumarschieren. Im Bus wurden keine Haltestellen durchgesagt, weshalb wir irgendwo rauskamen, nur nicht da, wo wir wollten. Wir gaben nicht auf und suchten zu Fuß nach der nächsten Haltestelle. Leider kam dort kein Bus, Fahrpläne gibt es auch nicht. Super. Also sind wir patschnass zurück ins Appartement.

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Mittags haben wir in einer Tavola im Viertel gegessen, dort verstand zum Glück einer der Köche Englisch, der uns erklärte, dass man vorne bestellen müsse und das Gericht anschließend an den Tisch gebracht werde. Gezahlt wird dann erneut vorne an einer Kasse. Fran stotterte irgendwas von wegen „Pasta?“, weshalb man uns, glücklich, die beiden Marsmenschen bedienen zu können, einfach Cannelloni gab, die sehr lecker schmeckten. Gezahlt haben wir mit Getränk insgesamt 6,50 €/Person, was den dort üblichen Preisen entspricht.

Abends, der Regen hatte aufgehört, sind wir spontan zum Kolosseum gefahren und haben dieses Bauwerk sowie das Foro Romano vom gebührenfreien Spazierweg aus besichtigt. Ein Restaurantbesuch rundete den Tag ab, leider verstand man dort unter Antipasti italienischer Art eine Wurstplatte mit Oliven und Artischocken aus der Konserve – hätten wir uns sparen können, da es auch nicht ganz günstig war.

Tag 3: Stadtrundfahrt und Buchhandlung

Das Wetter blieb regnerisch, weshalb wir uns für eine Stadtrundfahrt mit Carrani Tours und deren pinken I love Rome-Doppeldeckern entschieden (2 Stunden, deutscher Audioguide, 17 €/Person). Die Haltestelle am Termini zu finden, war zwar eine erneute Herausforderung, aber ansonsten perfekt für schlechtes Wetter.

Wir sind noch zur Buchhandlung Feltrinelli International und haben uns dort mit Werken auf Englisch eingedeckt, über die wir in Zukunft sicher berichten werden. Abends wollten wir ausgehen und sind in die Via dei Sabelli gestolpert, leider gab es die von uns anvisierte Kneipe nicht mehr. Die ganze Straße war schon sehr dubios, nochmal würde ich dort nicht hingehen wollen, vor allem nicht nachts im Dunkeln unter irgendwelchen Brücken hindurch.

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Ein überraschender Gruß aus unserer Heimatstadt in der Via dei Sabelli!

Tag 4: Vatikan

Der nächste Regentag führte uns in den Vatikan, mit der U-Bahn gelangt man direkt ins Zentrum des Geschehens. Erster Schock: Unzählige aufdringliche Promo-Leute, die uns für ihre Touren gewinnen wollten. Zweiter Schock: Unzählige Touristen, die in Strömen Richtung Museen liefen. Wir gingen stattdessen abseits auf den Petersplatz, dann in einer Seitengasse Bruschetta essen und anschließend auf die Engelsburg (6 € mit Studentenausweis), um einen Ausblick von oben zu erhalten.

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Rechts seht ihr eine von vielen Schlangen für irgendeinen Eintritt.

Abends haben wir uns Pizza, Tiramisu und Kaffee in einem Restaurant im Viertel gegönnt. Tipp: Nicht mit vollem Magen und einer Koffeinüberdosis ins Bett gehen!

An Tag 5 stand unser erster Ausflug an – wohin und was danach passiert ist, erfahrt ihr nächste Woche von Fran!

Zum Abschluss möchte ich euch meinen Eindruck der Stadt nicht vorenthalten: Mich hat das vorherrschende Chaos in der Stadt schockiert (mehr dazu in Teil 2), die Heruntergekommenheit, die Sprachbarriere dem Englischen gegenüber, die Abriegelung der Sightseeing-Gebäude gegen Geld, der eklige Kaffee und, dass es weder Busfahrpläne noch Supermärkte wie bei uns gibt. Als positiv empfand ich die Restaurantform „Tavola“, in der man günstig und stressfrei speisen kann sowie unser Appartement (bis auf den Lärm der römischen Mitbewohner und das unbequeme Bett!). Nein, Rom ist echt nicht meine Stadt.

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Die Möwe spiegelte meinen Gesichtseindruck beim regnerischen Ausblick von der Engelsburg.

Wart ihr schon mal in Rom? Wie hat es euch dort gefallen? Was habt ihr gemacht?

4 Antworten auf „Sieben Tage Rom – Teil 1/2

    1. Ja, das überrascht mich nachträglich auch, wie eigentlich alle, die jemals dort waren, mir davon vorschwärmen können. Eine solche Metropole sollte es doch auf die Reihe kriegen, Busfahrpläne aufzuhängen und Hinweise zu geben, bevor die Metro spontan den ganzen Tag gesperrt wird. Nee, da muss ich echt nicht nochmal hin!

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  1. Das Bild von der Möwe ist einfach genial!

    Ich habe leider schon von vielen Leuten gehört, Rom sei gar nicht so romantisch, wie man es sich immer vorstellt. Ich hoffe, ihr hattet trotzdem einen schönen Trip und habt das Beste daraus gemacht. Die schlechteste Reise kann schön werden, wenn man mit guten Freunden unterwegs ist :)

    Die kleinen Einkaufsläden machen eigentlich immer den Charme einer solchen Stadt aus, die Kombination aus schlechtem Wetter, übermäßigem Tourismus und Geldgeilerei ist jedoch dann leider wirklich nicht so toll.

    Ich wünsche euch ein frohes Osterfest und lasse liebste Grüße da! xx
    Julia

    http://www.itsjewlz.com

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    1. Dankeschön :)

      Tatsächlich hatten wir viel Spaß zusammen, da wir uns im Alltag ja leider auch nicht sehr häufig besuchen können, war so eine ganze Woche im Ehebett echt lustig und hat viele Anekdoten für die Erinnerung geschaffen :D

      Ich weiß auch nicht, ich kam mir in der Stadt einfach ungewollt vor. Als wären die Einheimischen und Servicemitarbeitenden nicht auf Touristen eingestellt, was sich in dieser Metropole nicht vermeiden lässt. Deshalb vermutlich auch die fehlenden Busfahrpläne und Schilder – interessiert keinen in seinem Dolce Vita.
      Zu den Läden stimme ich dir zu, allerdings waren das nicht mal wirklich Läden, sondern von – vermutlich – Immigranten geführte Garagen, in denen bisschen Obst und Schnaps erhältlich ist. Warst du schon mal am Ballermann? Ungefähr in diesem Stil, nur mit Lebensmitteln.

      Dafür war es in Florenz echt schön, wie Fran im zweiten Teil beschrieben hat :)

      Liebe Grüße
      Siri

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