Tägliches Kopfkonzert

„Im Leben fehlt nur noch die Hintergrundmusik“ – wer diesen Spruch erfunden hat, kann nicht an demselben Phänomen leiden wie ich. Definitiv nicht. Denn was in meinem Kopf tagtäglich abgespielt wird, wäre nicht nur das teuerste Konzert der Welt, sondern ist ganz klar eine permanente Dudelei. Sehen wir uns mal meinen groben Tagesablauf an:

6.30 Uhr: Ohne Wecker wache ich jeden Tag um halb sieben auf. Ja, auch sonntags. Ja, auch wenn ich erst um 2 Uhr eingeschlafen bin. Wie ich aufwache? Mit einem Song im Kopf! Irgendein Künstler brüllt mich förmlich an, bevor ich überhaupt einen klaren Gedanken fassen kann. Und deswegen … Beim Zähneputzen fallen mir dann weitere Lyrics dieses Liedes ein. … komme ich von der Traufe in den Regen!

Gerade läuft: Fettes Brot mit „Jein“.

10.30 Uhr: Ich mache meine erste Pause des Tages und lasse nebenbei meinen Ohrwurm bei YouTube laufen. Die Autoplay-Funktion leitet mich von deutschem 90er-HipHop zu meinen Heavy Metal-Favoriten. Ich gröle in Gedanken etwas mit. Wuaaaaaaaaaahhhh!

Gerade läuft: Die Apokalyptischen Reiter mit „Eruption“.

12 Uhr: Zeit fürs Mittagessen! Hmmm, ist das lecker, dreamer, die Soße habe ich ganz gut – I dream my life away!!! Uh yeahhhh

Gerade läuft: Ozzy Osbourne mit „Dreamer“.

13.30 Uhr: Ich bin gerade mitten in einer Lernsession oder Schreibphase. Eigentlich bin ich hochkonzentriert. Moment, hat Fran nicht neulich was von der Sängerin Pink erzählt? Nein, komm schon, schreib weiter. Wirklich, Gehirn, lass mich einfach arbeiten. Mama, please stop crying

Gerade läuft: Pink mit „Family Portrait“.

15 Uhr: PAUSE! JETZT! SOFORT! KAFFEE! Yeah Yeah Yeah. Mein Hirn ist anscheinend so ausgelaugt, dass es auf uralte Erinnerungen zurückgreifen muss. Komm und schnapp‘ sie dir!

Gerade läuft: Soundtrack von der Pokémon-Serie. Oder auch Fanta 4 mit Yeah Yeah Yeah.

18 Uhr: Abendessen, Geschirr spülen und duschen. Da könnte ich doch mal laut Musik hören?

Gerade läuft: Bloodhound Gang mit „Along Comes Mary“.

Währenddessen auf dem Kopfkanal: Ed Sheeran mit „Perfect“.

22 Uhr: Ich liege im Bett und versuche, während der nächsten halben Stunde einzuschlafen. Meine Gedanken wirbeln munter – beat it, just beat it – umher, ich befinde mich schon in einer Art Trance und gleite langsam hinüber in die Traumwelt. HALT, STOP! Du hast vergessen, ein sauberes T-Shirt in die Sporttasche zu packen! Ich halte inne, in meinem Kopf ist es aufgrund dieser Erkenntnis plötzlich totenstill, ungefähr wie bei einem Tinnitus, nur ohne Biep.

Und mir wird schlagartig klar, dass seit 6.30 Uhr keine Minute ohne Hintergrundmusik in meinem Kopf vergangen ist. Beängstigend, oder? Mich würde echt mal interessieren, ob es euch auch so ergeht oder ich die einzige bin, bei der was nicht ganz rund läuft. Wo, meint ihr, kommt das her? Ich würde mich zumindest als unmusikalisch bezeichnen, höre nie neue Bands und fühle, außer auf Konzerten, nie den Beat (oder was auch immer). Lasst mich an euren Kopfkonzerten teilhaben!

Was läuft bei euch? Wann? Und auf wie vielen Kanälen?

Ps. Dieser Beitrag ist vorgeplant, da wir, während ihr dies lest, gerade mit dem Fahrrad auf der Via Appia in Rom herumdüsen :)

Hier kommt ihr zu meinem Privatkonzert:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s