Was bin ich?

Ich habe neulich an einem Seminar teilgenommen, bei dem wir uns selbst und unser Gegenüber als Gegenstand bezeichnen sollten. Ich finde die Idee so witzig und wertvoll, dass ich sie mit euch teilen möchte. Wem das jetzt zu absurd oder schwierig erscheint, kann zunächst damit beginnen, sich einem Tier zuzuordnen. Seid ihr beispielsweise eine unabhängige Katze? Oder ein loyaler Hund? Oder gar ein träges Faultier?

Nach diesem Prinzip funktioniert das auch mit den Gegenständen. Zugegeben, ich fand es ziemlich schwierig, mich spontan zu verdinglichen. Im Seminar selbst kam ich deswegen auf die glorreiche Idee, ich sei ein Lichtschalter. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich kann natürlich nicht wie jeder andere Mensch einfach ein Buch oder eine Blume sein. Das kam daher, dass ich mich unter Zeitdruck im Raum umschaute und schnell versuchte, die Eigenschaften der sichtbaren Gegenstände auf meine Persönlichkeit zu übertragen. Hier meine grandiose Begründung:

Ich bin ein Lichtschalter, weil ich meistens unauffällig und zurückhaltend in der Ecke bin. Andere brauchen mich aber und wenn ich aktiviert werde, erhelle ich mein Umfeld.

Na, das klingt doch ganz lichtschalterig, oder? Okay, so ganz rund trifft es mich noch nicht, davon abgesehen befinde ich mich derzeit eh in einer Wert- und Sinnkrise. Mein Gegenüber hat mich übrigens ganz einfach als Tisch klassifiziert, weil ich nach dessen Ansicht fest im Leben stehe. Das hat auch was! Ich finde es super interessant, die Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung zu vergleichen.

Macht doch mal das Experiment und fragt sowohl eure Freunde als auch Bekannte, die euch privat nicht gut kennen. Es ist auf jeden Fall sehr lustig und bringt euch automatisch zum Reflektieren. Weil das alles ganz schön schwer sein kann – wie ihr am Lichtschalter sehen könnt – habe ich hier ein paar Tipps für euch gesammelt:

  • Buch: Es liegt zunächst ruhig da und man weiß nie so genau, was einen erwartet. Es kann einen abschrecken oder in andere Welten zaubern. Man muss es außerdem im richtigen Moment auf der richtigen Seite aufschlagen, um viel Spaß mit ihm haben zu können. Vielleicht seid ihr ja ein bestimmtes Genre oder eure Lieblingsgeschichte?
  • Tasse Kaffee: Sie riecht gut, sie schmeckt gut und gibt uns einen Energiekick. Wir freuen uns auf sie und genießen das Zusammensein. Oder seid ihr eher ein sanfter Tee?
  • Zug: Züge haben ein festes Ziel vor Augen, auf dessen Weg sie jedoch oft anhalten und bestimmte Menschen mitnehmen. Manchmal (okay, oft!) verspäten sie sich, aber nichts kann sie während ihrer Reise aufhalten. Eventuell gleicht euer Tempo eher dem einer gemütlichen Bummelbahn?
  • Stein: Steine sind immer gleich, werden nur minimal abgeschliffen. Bis sie brechen, muss sehr viel passieren, da sie sehr robust sind. Steine sind wie Felsen, feste Konstanten im Leben. Oder seid ihr vielleicht ein konstant mäandernder Fluss?

Und weil das Spiel so schön ist, habe ich Fran gebeten, mich einzuschätzen. Hier ihre Antwort:

Schade, dass ich nicht selbst auf den Lichtschalter gekommen bin. Aber gut, dann vergleiche ich dich eben mit einem Set Dominosteine! Ausnahmsweise meine ich nicht die zum Essen ( 😀 ), sondern die mit den Zahlen darauf. Äußerlich fallen die Steine erstmal nicht so sehr auf, sie fühlen sich in ihrer Aufbewahrungsbox wohl und machen ihre Maßstäbe und Werte unter sich bzw. mit ihren engsten dominosteinernen Freunden aus. Vielleicht denken manche, die Dominosteine lassen sich leicht berechnen. Aber wenn man sie aneinanderlegt und das Ganze sieht, zeigen sich die unendlichen Facetten, die ich als Sinnbild für dich ganz passend finde. Die Steine werden ja an den gleichen Zahlen zusammengefügt und ergeben so eine immer länger werdende Kette an (Gedanken-/ Persönlichkeits-)Teilen. Sie setzen sich auf verschiedenste Art zusammen und liefern immer neue Ideen und Ansichten, sorgen vielleicht manchmal für Verwirrung, aber immer für Inspiration und Weiterentwicklung. Die Dominosteine bringen andere Menschen zum Nachdenken und machen zugleich Freude. Und wenn das Dominosteinset besonders gut in Form ist, stellt es sich in einem typischerweise durchgeplanten und gewissenhaften Abstand zueinander auf und gibt sich dann einen impulsiven, sportlichen Ruck – schon ist eine Kettenreaktion im Sinne von mitreißendem Tatendrang und Optimismus zu beobachten!

Der Gerechtigkeit halber schreibe ich auch ein paar Sätze über meine Einschätzung Frans (wie ihr vom Liebster Award sicher schon wisst, muss es bei uns immer exakt gleich zugehen!):

Wirklich nicht einfach! Ich würde Fran als Planer-Kalender beschreiben, im Sinne von: Sie ist immer mein Rückhalt im Hintergrund, keine Frage, was passiert oder wie schlecht es mir geht. Wie die Seiten, die man darin füllt, ist sie mir gegenüber absolut tolerant (egal, mit welcher Laune oder Schwachsinnsidee ich um die Ecke komme). Da sie sehr bescheiden und kein Fan großer Aufmerksamkeit ist, ruht sie meistens zufrieden vor sich hin. Schlägt man den Planer jedoch auf, erwarten einen bunte Überraschungen und intelligente Gedanken, auf die man selbst nie gekommen wäre. Dabei ist sie stets vernünftig und auch einfühlsam, genau wie die Notizen, die man normalerweise in den Kalender kritzelt. Alles in allem also ein toller Mix aus Inspiration und Bodenständigkeit!

Wer sich generell mit Selbstreflexion beschäftigen möchte, wird hier fündig.

Na, welcher Gegenständ wärt ihr?

 

 

2 thoughts on “Was bin ich?

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