Quer durch 11/17

Auch im November haben wir wieder einiges erlebt, Vorsätze gehalten und gebrochen und mit verschiedenen Dingen zu kämpfen gehabt. Seid gespannt!

1. Hast du dein Ziel von November erreicht?

Fran: Für die medienwissenschaftlichen Vorlesungen in meinem Studium hatte ich mir vorgenommen, den Vorlesungen konzentriert zu folgen und sie ausnahmsweise nachzuarbeiten. Teil eins habe ich erreicht, außer wenn die Arbeit oder ein Projekt dazwischen kam. Teil zwei namens Nacharbeit war ein Fail, der vorherzusehen war, da ich das fast noch nie gemacht habe. Insofern bin ich recht zufrieden.

Siri: Meine Ziele im November waren ein absolutes Kaufverbot und die strikte Einhaltung einer gesunden Ernährung. Beide Ziele habe ich nicht wirklich erreicht, allerdings bei beidem wieder ein bewussteren Umgang gepflegt. Und damit bin ich zufrieden, da es keine absoluten Herzenswünsche von mir waren, ich aber mehr erreicht habe, als wenn ich mir dahingehend nur etwas Schwammiges vorgenommen hätte.

2. Hat dich in diesem Monat jemand inspiriert oder konntest du etwas Neues lernen?

Fran: Wir haben dieses Semester ein Filmprojekt und ich lernte sehr viel über Kameraführung, Beleuchtung, Ton und wie unendlich lange es dauert, bis aus drölftausend mühsam inszenierten Szenen ein passabler Minifilm wird. Ich könnte niemals Hobbyfilmemacher sein, weil mir das viel zu chaotisch und gleichzeitig zu langweilig ist – darüber werde ich wahrscheinlich mal einen Blogpost schreiben.

Siri: Ich habe mich im November mit Hundehaltung und -erziehung beschäftigt. Dabei inspirieren mich Martin Rütter und Cesar Millan sowie mein eigener Hund Leo. Er hat zum Beispiel endlich verstanden, wie Suchspiele funktionieren, da er kein besonders engagierter Schnüffler ist (beim Spazierengehen jedoch schon – ich nenne ihn nicht umsonst „kleiner Teufel“).

3. Was hast du geschafft, worauf kannst du besonders stolz sein?

Fran: Ich bin stolz darauf, momentan alles von Studienprojekten über den Blog bis hin zu Sport irgendwie unter einen Hut zu bringen, auch wenn das an der Energie zehrt.

Siri: Ich habe erkannt, dass ich mich gerade in einer mir-ist-die-Puste-ausgegangen-Phase befinde, weil ich keine Pausen vom Stress eingelegt habe.

4. Wo bist du an eine Grenze gestoßen? Konntest du sie überwinden?

Fran: Bei besagtem Filmprojekt hat es mich belastet, dass die Mehrheit unserer Gruppe sich dafür entschied, die wahre Geschichte eines an Leukämie erkrankten Mädchens, das wir über Instagram „entdeckt“ hatten, nachzuspielen. Sie war in ihrer offenen, optimistischen Art sehr entgegenkommend. Ich fand das sehr bewundernswert und rührend, gleichzeitig mache ich mir Sorgen, ob sie ihre Krankheit wohl besiegen und wie sie wohl unseren Kurzfilm finden würde. Wie geht ihr mit dem Schicksal fremder Menschen um, mit dem ihr aus irgendwelchen Gründen konfrontiert werdet?

Siri: Wie immer war ich krank. Das geht mir so auf die Nerven! Ich war Anfang November für zwei Wochen so gut wie bettlägerig, hatte Fieber und Schwindel. Und letztes Wochenende schon wieder ein Infekt. Irgendwann konnte ich das „überwinden“, aber es waren wieder mehr als 14 verlorene Tage, die ich mit lesen und Netflix verbringen musste. Und erholt fühle ich mich bei weitem nicht, eher noch schwächer (wer gerne Jane Austen liest – vergleicht mich mit einer der kränkelnden Damen, für die windige Spaziergänge schon eine grobe Zumutung sind).

5. Was hat dich geärgert? Was hat dich gefreut?

Fran: Ich habe im November ärgerlicherweise viel zu viel Süßigkeiten gegessen, unter anderem, weil ich sie für unseren Instagram-Adventskalender als Deko gebraucht habe (seid gespannt! 😀 ). Aber im Dezember wird es zwischen Plätzchen, Lebkuchen und Kinderpunsch wohl auch kaum besser…

Siri: Geärgert hat mich, dass ich den gesamten November über krankheitsmäßig und auch geistig ausgebremst war. Ich habe noch nie einen kompletten Monat derart vergeudet (ok, das ist ein wahrer Workaholic-Satz …). Gefreut hat mich, dass ich meinen Hund Leo und dessen positive Entwicklung bei einem Heimatbesuch sehen konnte.

6. Wo warst du zufrieden oder unzufrieden mit deinem Verhalten anderen gegenüber?

Fran: Ich war unzufrieden damit, dass ich im Umgang mit jüngeren, mädchenhaft-naiven Frauen irgendwie immer wirke wie ein unbeholfener, bäuerischer Trampel, der dank pragmatischer Art und tiefer Stimme automatisch wie ein Trottel oder Diener dasteht. Kennt ihr dieses Gefühl? 😀

Siri: Bislang komme ich in der Uni mit allen Gruppen klar, in denen ich in diesem Semester bin, denn die Leute sind aufgeschlossen und motiviert. Mit diesem gelassenen Verhältnis, das miteinander gepflegt wird, bin ich zufrieden. Gelassenheit musste ich nämlich auch erst erlernen. Ich behaupte in manch lichten, geheimen Momenten sogar, dass mir die Gruppenarbeiten dieses Mal Spaß machen. Pssst!

7. Welche Blogposts hast du in diesem Monat verfasst?

Fran: Mir hat der Beitrag zu Siris Blogparade Lieblingsbücher sehr viel Spaß gemacht. So sehr es mich erfüllt, über tiefgründige Themen zu schreiben (z.B. über Passivität, aufdringliche Menschen oder warum ich nicht perfekt sein will) – gibt es etwas Unterhaltsameres, als über Bücher zu diskutieren?

Siri: Ich habe mich diesen Monat sehr geöffnet und von meinem Zusammenbruch in die Lethargie erzählt. Dies zu reflektieren und überhaupt zu verschriftlichen, war schon ein bisschen emotional. Ansonsten fand ich die Beiträge über meinen Kalender und verschiedene Kartoffelmenschen witzig. Da habe ich wohl beim effizienten Essen einen Clown verschluckt, haha. Ha.

8. Welchen Post von anderen Bloggern fandest du diesen Monat am  besten und warum?

Fran: Mir hat Sarahs Beitrag vom Blog Lebenschaot gefallen, einen Adventskalender für sich selbst mit Gedanken und Erinnerungen aus dem Jetzt zu befüllen und erst im Dezember 2018 zu öffnen. Es ist bestimmt spannend, zu erfahren, wie man sich weiterentwickelt hat. (Außerdem erinnerte mich das an meinen Brief an mein altes Ich, um mal unauffällig Eigenwerbung einzustreuen.)

Siri: Ich mochte den Beitrag über den Serienhype von Blackmirror auf dem Blog neuesvomschreibtisch. Irgendwie hatte ich die Serie nämlich mitgehyped, ohne darüber nachzudenken, was sonst gar nicht meine Art ist. Nach diesem Beitrag und einer Diskussion in den Kommentaren habe ich mein Urteil von „gute Serie“ zu „komische Serie“ revidiert.

9. Was hast du im letzten Monat an Medien rezipiert?

Fran: Bei dem grauen Novemberwetter wurden wieder einige Bücher gewälzt und Reportagen geschaut:

  • Von der Fortführung der berühmten Millennium-Reihe Verschwörung war ich sehr enttäuscht. Natürlich kann man David Lagercrantz nicht mit dem verstorbenen Stieg Larsson vergleichen, aber ich hatte bei Lagercrantz den Eindruck, dass er zwar einerseits ein Meister intelligenter Plots ist und das Handwerk Schreiben beherrscht. Andererseits konnte mich sein Roman aber emotional überhaupt nicht fesseln und die unnötige Verkomplizierung der Personenstruktur frustrierte mich.
  • Für ein Referat las ich Peter Brandts Biografie Mit anderen Augen über seinen berühmten Vater Willy Brandt. Allen, die nicht gerade Historiker sind, kann ich von diesem nicht-chronologischen Werk eher abraten, da es sehr zäh zu lesen ist und voller wissenschaflicher Fachbegriffe steckt. Man erfuhr immerhin interessante Fakten zur Person und Politik im letzten Jahrhundert.
  • Aktuell lese ich Geliebte der Nacht von Lara Adrian, was bisher ein durchschnittlicher Vampirroman ist.
  • Auf dem Weg in die Fh lauschte ich den klassischen Hörbüchern Reise zum Mittelpunkt der Erde (war mir etwas zu „abgespaced“ und ich mochte den ängstlichen Axel nicht, der widerwillig dem alten Lidenbrock folgt) und In 80 Tagen um die Welt (eine rasante, bunte Abenteuerreise für Jung und Alt!) von Jules Verne.
  • Diesen Monat habe ich ziemlich viele Reportagen angesehen (von der Länge her ideal zum Abendessen! 😉 ), z.B. einige Folgen von Chef´s Table (naja, die künstlerischen Köche waren teilweise inspirierend, wurden teilweise aber auch übertrieben gehyped), Bildschöne Welt (wunderschöne Fotografie-Reportagen rund um den Globus) und Blackfish (erschütternde Doku über Orcas in Gefangenschaft, auch wenn die Produktion eher billig ist). Außerdem kann ich den Tierfans unter euch Tierheimreportagen (z.B. über Berlin oder Stuttgart oder den YouTube-Kanal vom Hannover Tierschutzverein) empfehlen.
  • Die neue Staffel American Horror Story Roanoke habe ich nach zwei Folgen abgebrochen. Das Film-in-Film-Konzept fand ich nervig, die Gruselhaus-Geschichte der ersten Staffel zu ähnlich und die Protagonisten unsympathisch.

Siri: Da ich lange nur krank rumgelegen war, kam wieder einiges zusammen.

  • Das Jugendbuch Forever Again von Lauren James ist eine Art Zeitreisegeschichte, in der sich die zwei Hauptprotagonisten Katherine und Matthew jeweils in unterschiedlichen Jahrhunderten treffen und sich auf tragische Weise wieder verlieren – oder auch nicht. So ganz durchgeblickt habe ich bei der Erzählweise, die abwechselnd von den vier Geschichten berichtet, nämlich nicht. Sie läuft dennoch schön anschauchlich ab, z.B. in Zettelchenform, und am Rand stehen jeweils Kommentare einer höheren Macht, die die Geschichten lenkt. Dies alles wird sich jedoch hoffentlich im zweiten Band, der im Frühjahr 2018 erscheint, auflösen. Und: Ich liebe das Cover!
  • Erneut landete ein Klassiker von Jane Austen auf meiner Leseliste: Verstand und Gefühl. Dieser Roman hat mir von all ihren Werken bislang am wenigsten gefallen, da mir die Verwandtschaftsverhältnisse zu komplex und die Figuren zu oberflächlich gezeichnet waren. Grundlegend geht es um die beiden Schwestern Elinor, die sehr pragmatisch ist, und Marianne, welche sich nur von ihren Gefühlen leiten lässt.
  • Die zweite Staffel von Shadowhunters habe ich auf Netflix gebinged. Wie ich im letzten Monatsrückblick schon erwähnt hatte, ist die Produktion sehr steif und billig gemacht, was Maske und Kampfszenen angeht. Oft stehen die Schauspieler sekundenlang in bemüht kämpferischer Pose rum, in der Hand ein Plastikschwert. Im Vergleich zur ersten Staffel hat mich die zweite jedoch viel mehr gefesselt und emotional abgeholt. Wessen Herz nicht von Malec erwärmt wird, ist ein fieser Eisklotz.
  • Außerdem hatte ich etwas Zeit für die dritte Staffel von How to get away with murder. Mit jeder Season wird die Serie düsterer und weicht von der typischen Anwalt-Studenten-Konstellation ab, was mir eher weniger gefällt. Gut fand ich jedoch, dass jemand endgültig aus der Serie verschwindet, den ich von Beginn an nicht mochte.
  • Ich konnte mich dazu überwinden, endlich die sechste Staffel von Pretty Little Liars fertig zu schauen. Mit der in die Länge gezogene Serie verbindet mich eine ebenso zähe Hassliebe, aber Staffel sieben tue ich mir schon noch an. Allein wegen der Maske.
  • Dem Hype folgend, traute ich mich außerdem an die beiden Staffeln von Stranger Things. Das einzig Sehenswerte an dieser Serie finde ich die 80er-Kulisse. Ich konnte mich weder mit den Charakteren noch der Geschichte arrangieren. Die Hauptfigur Eleven finde ich spätestens ab der zweiten Staffel unerträglich und den anderen Kindern in den Hauptrollen kann ich überhaupt nichts abgewinnen. Dies ist die erste Serie, bei der mir das Schicksal der Figuren so dermaßen egal ist, dass ich, um überhaupt Emotionen zu verspüren, auf der Seite des Bösewichts bin. Außerdem merkt man, dass Staffel 2 unerträglich in die Länge gezogen wurde; bis mal etwas Sinnstiftendes für den Verlauf passiert, ist sie auch schon wieder zu Ende. Mögt ihr die Serie?
  • Genau wie Fran sah auch ich die Reportage Blackfish (und teile ihre Meinung – kann den Hype nicht nachvollziehen) sowie die ersten 1,5 Folgen von American Horrorstory Roanoke, die ich ebenfalls abgebrochen habe. Ich glaube, darüber sollte ich auch mal schreiben, denn dabei konnte ich ein interessantes Phänomen beobachten!

10. Was nimmst du dir für Dezember vor?

Fran: Ich hoffe, die zahlreichen Studienprojekte so weit voranzubringen, dass ich mehr Zeit für entspanntes Lesen, Schreiben, Handlettern, Hundausführen oder Sport finde.

Siri: Ich möchte die Adventszeit mit ihren ganzen tollen Märkten, Feiern und Lichtern bewusst wahrnehmen, statt sie wie üblich weitgehend zu übersehen. Außerdem will ich mich in kleinen (!) Schritten aus der Lethargie-Phase hin zu einem ausgeglichenen Lebensstil bewegen.

Hier könnt ihr unseren letzten Rückblick vom Oktober 2017 lesen.

Übrigens dürft ihr euch diese Fragen kopieren, auf uns als Quelle verlinken und damit selbst einen Monatsrückblick schreiben – wir würden uns sehr freuen, von euren Erlebnissen und Gedanken zu hören! 🙂

Wie ist euer November verlaufen und was nehmt ihr euch im Dezember vor?