Quer durch 10/2017

Auch im Oktober haben wir wieder einiges erlebt, Vorsätze gehalten und gebrochen und mit verschiedenen Dingen zu kämpfen gehabt. Seid gespannt!

1. Hast du dein Ziel im Oktober erreicht?

Siri: Ich wollte mir vom Semesterstart nicht die Laune verderben lassen. Da ich am Wochenende zuvor noch einen Städtetrip nach Köln unternommen hatte, blieb keine Zeit, um schlechte Laune zu entwickeln. Ziel erreicht!

Fran: Ich hatte mir vorgenommen, ein bis zwei Bücher zu lesen, ein neues 1000-Teile-Puzzle zu lösen und ein paar Stunden für die Tierheim-Mitarbeit zu nutzen. Geschafft!

2. Was hat dich inspiriert? Was konntest du Neues lernen?

Siri: Im Zuge der Ethik-Vorlesung, die bei mir dieses Semester auf dem Plan steht, beschäftige ich mich tatsächlich freiwillig mit dem Thema. Aktuell lese ich derzeit Peter Singers Praktische Ethik und andere Philosophen, die mich mit ihrer klaren Sprache und logischen Thesen beeindrucken. Erheiternd fand ich dabei Der pflichtbewusste Misanthrop von Kant.

Fran: Nichts im großen Stil, aber durch das Buch „Welpen liebevoll erziehen“ von den New-Skete-Mönchen und ein paar alte Videos und Interviews mit Martin Rütter konnte ich Neues über Welpenaufzucht und Hundeerziehung lernen. Jetzt verstehe ich die Tierheimhunde wieder ein bisschen besser.

3. Was hast du geschafft, worauf kannst du besonders stolz sein?

Siri: Ich habe mir erstmals einen ordentlichen Kalender angeschafft und pflege ihn. Bis dahin besaß ich nur funktionale Tischkalender und hatte den Rest im Hirn gespeichert, was mir bei der aktuellen Terminflut an der Uni zu anstrengend wurde. Seitdem bin ich auch viel ordentlicher – das ist bei mir ja immer so ein Thema. Ich flippe beim kleinsten Staubkorn aus, aber Unordnung stört mich null.

Fran: Dass ich endlich meine Prokrastination durchbrochen und zum Optiker gegangen bin, um mir eine stärkere Brille zu besorgen? Naja, keine große Leistung. Sonst fällt mir aber leider nichts ein, was glanzvoll aus meinem Alltag hervorsticht. 😀

4. Wo bist du an eine Grenze gestoßen? Konntest du sie überwinden?

Siri: Nach wie vor habe ich große Probleme mit meinen Handgelenken und bin Dauergast in den Wartezimmern. Ich kann zum Beispiel kein Geschirr mehr spülen und muss leider auf Pappteller usw. zurückgreifen. Eine weitere Grenze im Oktober war das dauernde Rezipieren von englischen Forschungsberichten für einen wissenschaftlichen Kurs an der Uni – hä, worum geht’s da jetzt genau und warum sitze ich da schon wieder seit drei Stunden ohne jegliche Erkenntnis drüber?

Fran: Ich glaube, nach 12 Wochen Sophia-Thiel-Programm hat meine Selbstdisziplin kurzfristig einen Einbruch erlitten. Natürlich bin ich weiterhin Verfechter eines gesunden Lebensstils, aber nach monatelanger Ernährung nach Plan konnte ich mich in den letzten Wochen mehrmals nicht dabei bremsen, mir eine komplette Schokotafel oder Kekspackung reinzustopfen – toll. Damit muss jetzt aber wieder Schluss sein!

5. Was hast du versäumt und solltest es nachholen?

Siri: Genau, wie im letzten Monat, Indonesisch-Vokabeln zu lernen, aber das wird wahrscheinlich nichts mehr in diesem Semester. Den Sprachkurs kann ich aufgrund von Überschneidungen nämlich nicht belegen.

Fran: Vermutlich habe ich wieder einige Semester-Opening-Partys verpasst – kein Nachholbedarf.

6. Wo warst du zufrieden oder unzufrieden mit deinem Verhalten anderen gegenüber?

Siri: Auch, wenn mich das in den Augen meiner Mitmenschen komisch macht, schweige ich lieber, statt Smalltalk zu betreiben. Und geschwiegen habe ich im Oktober sehr viel, was ich eigentlich gut finde, da es mich gar nicht mehr interessiert, was meine neuen Nachbarn im Wohnheim so machen oder woher sie kommen. Trotz Sonderling-Status, den ich dadurch erhalte 😉

Fran: Ich konnte mich in letzter Zeit nicht besonders gut emotional von anderen abgrenzen, wenn ich jammernden oder leidenden Menschen begegnet bin.  Zufrieden war ich aber damit, mich im Fh-Alltag weitgehend unabhängig bewegt zu haben – ich bin immer wieder erstaunt über viele anscheinend unmündige Kommilitonen, die stets im Kollektiv beratschlagen, ob sie eine Vorlesung besuchen, wie sie einen Dozenten finden oder wie das noch mal mit der Prüfung war. Wo ist deren Anspruch an sich selbst, wo das Selbstvertrauen und individuelle Ermessen?

7. Hast du einen besonders schwierigen/befriedigenden Blogpost verfasst?

Siri: Mir war es ein großes Anliegen, über das Jammern zu schreiben, weil es viele tun, aber keinem was bringt. Nur leider scheint es nur ganz wenige unserer Leser interessiert zu haben 😀

Fran: Etwas Besonderes war für mich der Post Ein Tag im Tierheim, weil der Tierschutzverein Würzburg unseren Beitrag auf Facebook geteilt hat und wir somit viele Leute erreichen konnten – hoffentlich zu Gunsten der Tiere.

8. Welchen Post von anderen Bloggern fandest du diesen Monat am  besten und warum?

Siri: Da muss ich leider zugeben, dass mir kein Blogpost in besonderer Erinnerung geblieben ist, obwohl ich aktiv nach neuem Input gesucht habe. Mir kam es auch so vor, als ob im Oktober in meiner Follow-Liste generell weniger gepostet wurde.

Fran: Ich fand Alexandras Überlegung Wie viel Routine braucht deine Kreativität? vom Blog WortInseln spannend. Auch wenn ich mich nicht unter die Romanautoren zähle, konnte ich mich mit einigen Schreibphänomenen identifizieren.

9. Was hast du im letzten Monat rezipiert?

Siri: Ich zähle wieder auf, was ich im Oktober alles rezipiert habe und sage gleich dazu, wie es mir gefallen hat:

  • Ich las das Jugendbuch Himmelstiefe von Daphne Unruh. Es ist typisch Fantasybuch und hat mir ganz gut gefallen. Anschließend wollte ich den nächsten Band Schattenmelodie anfangen, aber ich finde die Hauptfigur, die mich schon im ersten Band als Nebenfigur gelangweilt hat, überhaupt nicht ansprechend. Verschiebe ich deshalb auf später!
  • Außerdem habe ich Emma von Jane Austen verschlungen. Ich weiß nicht, wie sie es schafft, aber ich bin bei jedem ihrer Bücher immer emotional in der Geschichte und fiebere mit, und das ohne, dass die Autorin die Gefühle ihrer Figuren explizit beschreibt! Außerdem ist es sehr unterhaltsam zu lesen, wie die feine englische Gesellschaft im 19. Jahrhundert gelebt und worüber sie sich Gedanken gemacht hat.
  • Die Buchspringer von Mechthild Gläser ist ein Buch mit einer tollen Idee, allerdings bleiben die Charaktere extrem oberflächlich.
  • Im freien Fall oder als ich mich in eine Pappfigur verliebte von Jessica Park hat mich mit seinem Humor und einer starken Protagonistin positiv überrascht.
  • Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson habe ich als Hörbuch gehört und fand es ziemlich vorhersehbar.
  • Auch in Netflix war ich wieder aktiv, da ich im Oktober viel Zug fahren musste. Das Netflix Original Riverdale, das den Archie-Comics nachempfunden wurde, fand ich sehr oberflächlich und enttäuschend. Die zweite Staffel werde ich mir daher nicht antun und notiere im Geiste, dass Netflix Original nicht länger ein Synonym für Qualität darstellt.
  • Weiterhin habe ich die erste Staffel der Serie Shadowhunters gesehen. Sie basiert auf den Chroniken der Unterwelt-Büchern von Cassandra Clare. Ich finde die Serie ebenfalls ziemlich oberflächlich gehalten, auch, weil die Requisiten oft nach billigem Plastik aussehen. Ich mag jedoch, wie sie die Figur des Magnus Bane umgesetzt haben.

Fran: Ich habe im Oktober Folgendes gesehen und gelesen:

  • Die Serie The Returned: eine spannende Mystery-Serie über (unblutige) Zombies – leider habe ich das US-Remake statt des französischen Originals (ebenfalls auf Netflix vertreten) erwischt, von dem es keine zweite Staffel gibt. Ich weiß noch nicht, ob ich mir die zweite Staffel des Originals mit anderen Schauspielern ansehe – kann die jemand empfehlen?
  • Das beste Buch des Monats war der historische Roman Die Fallstricke des Teufels von Heike Stöhr, von dem ihr hier meine Rezension findet.
  • Ansonsten mochte ich das voller Hundeerzählungen steckende Sachbuch Welpen liebevoll erziehen der New-Skete-Mönche sowie den außergewöhnlichen Krimi Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet von Alan Bradley. Die 11-jährige Flavia erinnert an Detektiv Conan, ihr Schicksal in der verschrobenen Familie der De Luces inmitten einer prunktvollen 50er Jahre-Kulisse ist zugleich amüsant und traurig. Trotz eines eher seichten Falls rund um Briefmarken war die vor Bildern übersprudelnde Sprache ein echter Lesegenuss.
  • Durchschnittlich fand ich die Bücher Der Fall Collini von Ferdinand von Schirach und das Twilight-Spin-Off Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl von Stephenie Meyer.

10. Was nimmst du dir für November vor?

Siri: Ich habe in den letzten beiden Monaten zu viel Geld für Restaurants und sonstige Konsumgüter ausgegeben. Deshalb habe ich im November absolutes Kaufverbot! Erlaubt sind nur die üblichen Nahrungsmittel und Dinge, die sich nicht vermeiden lassen. Außerdem möchte ich mich wieder komplett gesund ernähren und gönne mir pro Woche nur noch ein Chatmeal – zurück zur alten Disziplin!

Fran: Viele Studienfächer sind uninteressant für später, doch es gibt auch sinnvolle Module. Für die Veranstaltungen Medienpsychologie, -forschung und -soziologie sowie -recht nehme ich mir vor, den Vorlesungen konzentriert zu folgen und sie ausnahmsweise nachzuarbeiten. Ich will nicht zu den Medienstudenten zählen, die tolle Projekte präsentieren, aber hinter der glänzenden Dampfplauder-Fassade eigentlich nichts wissen. In diesem Sinne Streber-Modus ausnahmsweise an!

Hier könnt ihr unseren letzten Rückblick vom September 2017 lesen.

Übrigens dürft ihr euch diese Fragen kopieren, auf uns als Quelle verlinken und damit selbst einen Monatsrückblick schreiben – wir würden uns sehr freuen, von euren Erlebnissen und Gedanken zu hören! 🙂

Wie ist euer Oktober verlaufen und was nehmt ihr euch im November vor?