Städtetrip Köln

Weil ich in den Semesterferien ganze zwei Tage Urlaube machen konnte, entschied ich mich, zum ersten Mal in meinem Leben in den Westen Deutschlands zu fahren (eine Schande, ich weiß). Nun möchte ich euch erzählen, was ich bei meinem kleinen Städtetrip Köln unternommen habe und wie ich die Attraktionen bewerte. Viel Spaß dabei!

Tag 1: Vom Hotel bis ins Jazzlokal

Das Hotel: Übernachtet habe ich im Mercure Hotel Severinshof. Die Lage mit Bus- und Bahnstationen direkt vor dem Hotel fand ich wirklich gut, allerdings kostet ein Tagesticket fürs Parken in der Garage unter dem Hotel 17 €. Darüber schweigen die meisten Hotels auf ihrer Website sehr gerne – ich frage mich nur, warum? Wenn sich der Gast spontan vor Ort ärgert, kommt er sicher nicht wieder. Das Personal an der Rezeption fand ich ziemlich unterkühlt und ich habe, wie in fast jeder Unterkunft, Haare auf meinem Bettlaken gefunden. Geschlafen habe ich gar nicht gut, weil die Matratze viel zu hart und die Kissen zu hoch waren – nichts für Bauchschläfer. Zum Schlafen ist es ok (oder eben auch  nicht :D), preislich auch (etwa 45 €/Nacht), sofern man ohne Auto anreist. Nochmal muss ich aber nicht in dieses Hotel, allein wegen des genervten Personals an der Rezeption, die mir das Gefühl gaben, unerwünscht zu sein. Habt ihr auch schon Erfahrungen mit diesem Hotel gemacht?

Der Dom: Anschließend bin ich zu Fuß Richtung Dom gelaufen (ca. 20 min) und habe unterwegs schon in verschiedenste Geschäft gespitzt. Zum Shoppen gibt es wirklich reichlich Gelegenheit! Bewaffnet mit einer Nougatbrezel (2 €) habe ich das Gebäude auf mich wirken lassen. Und natürlich ein paar Touri-Fotos gemacht. Es ist … nun, ein Dom, nicht mehr und nicht weniger.

 

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Rhein: Vom Dom aus zog es mich Richtung Rheinpromenade. Noch nicht auf die Hohenzollernbrücke, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Unterwegs kam ich am Schokoladenmuseum vorbei und ging weiter geradeaus, bis ich auf die imposanten Kranhäuser stieß. Würdet ihr dort leben wollen? Auf meinem sonnigen Spaziergang traf ich kaum auf Leute, was mich in Anbetracht dessen, dass Köln die viertgrößte Stadt Deutschlands ist, sehr verwundert hat. Aber die, die ich traf, sahen mir so offen und freundlich ins Gesicht, dass ich mich sofort wohlfühlte. Ich denke, es waren tatsächlich Einwohner Kölns, die ebenfalls den sonnigen Tag genossen. Die ganze Atmosphäre, insbesondere am Rhein hat mich an eine Kleinstadt oder sogar ein Dorf erinnert.

 

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Abendessen: Mit der Ubahn fuhr ich in die Scheibenstraße und ging weiter bis zur Neusser Straße 654: dem Bulgogi Haus, wo ein reservierter Tisch auf mich wartete. Bei diesem Korean BBQ bekommt man rohes Fleisch und rohen Fisch serviert, den man selbst in der Mitte des Tisches auf einer Grillplatte braten muss. Für die Beilagen gibt es ein Buffet mit Algensalat, Kimchi, Reis usw. Der kulinarische Spaß kostet 21,90 € für das gesamte Menü, Getränke extra. Mein Fazit? Geschmacklich war es gut. Organisatorisch eher nicht. Die Kellner/innen erklärten den Ablauf und kamen ständig an den Tisch, um am Grill rumzudrehen. Einen fand ich besonders unangenehm: Er hat fortlaufend das Prozedere beobachtet und kam dann hochnäsig mit Ratschlägen wie „wir empfehlen, Fisch und Fleisch getrennt voneinander anzubraten“ oder „wir empfehlen, die Platte nicht zu heiß zu machen“. Als Gast kam ich mir dabei ziemlich dumm vor. Die Vorspeise war lecker, das Beilagenbuffet auch, doch dann der erste Gang: ein riesiger Teller voll mit unbehandeltem Rind- und Schweinefleisch. Worin soll ich das nun einlegen? Oder womit würzen? Außerdem war es viel zu viel. Im nächsten Gang brachten sie eingelegtes Enten- und Schweinefleisch sowie Meeresfrüchte. Das fand ich am leckersten. Noch einmal würde ich in dieses Restaurant jedoch nicht gehen, der organisatorische Aufwand mit den hochnäsigen Anmerkungen der Kellner/innen samt Fleischbergen ist mir keine 25 € wert. Gemütlich essen geht anders – was ich darüber denke, könnt ihr übrigens im Blogpost Hipster-, Nobel- oder Stammlokal? nachlesen.

Bulgogihaus köln
Fleisch mit Fleisch ohne alles im Bulgogi Haus. Naja.

Das Jazzlokal: Mit kugelrundem Bauch fuhr ich zurück in die Innenstadt und steuerte nach einem Zwischenstop beim Dom Papa Joe’s Jazzlokal an, wo gerade ein Live-Act stattfand. Bei einem echten Kölsch (ca. 4,80 €) genoss ich das Flair und fühlte mich ein ganz kleines bisschen zurück nach New Orleans versetzt, meiner absoluten Lieblingsstadt.

 

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Tag 2: Von Backwerk bis Sportsbar

Frühstück und Hohenzollernbrücke: Das Hotel habe ich ohne Frühstück gebucht, weil ich eigentlich in der Innenstadt den Tag beginnen wollte. Da mich aber die klassischen Frühstücksmenüs nicht angesprochen haben, bin ich dann doch nur im Backwerk in der Severinstraße gelandet. Die vielen Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke sind ganz witzig, aber überkommt euch bei so etwas auch immer der Drang, alles, was irgendwo fälschlicherweise dranhängt, abzwicken zu wollen? 😀
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Aussichtsplattform: Danach lief ich gemütlich weiter zum LVR-Turm (Eintritt: 3 €), der sich direkt am anderen Ende der Brücke befindet, fuhr mit dem Aufzug bis zur Aussichtsplattform und schoss ein paar coole Fotos. Dort oben tummeln sich natürlich schon mehr Touristen als am Rhein, es war aber keinesfalls voll oder gar überfüllt. Besonders toll fand ich, dass die Betreiber an die Glaswände kleine Abbildungen geklebt haben, sodass man gleich weiß, welches Gebäude man gerade vor sich hat.

Sport- und Olympiamuseum: Dieses Museum liegt bei den Kranhäusern und öffnet am Wochenende erst um 11 Uhr seine Pforten (ermäßigter Eintritt: 3 €). Zu Beginn erfährt man vieles über die Entstehung der Olympischen Spiele, des Sportes usw. Das Museum ist wie ein Zeitstrahl angelegt und beinhaltet viel originales Equipment und Anschauungsmaterial, wie Fußballschuhe, Eiskunstlauftrikots etc. Auf der Dachterrasse befinden sich künstliche Rasenflächen zum Sporttreiben. Mit einem Ausflug in die Welt der Paralympics endet der Rundgang. Fazit: Für Interessierte sicher cool, ich persönlich fand es nicht fesselnd genug aufbereitet.
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Museum für ostasiatische Kunst: Der wohl sinnloseste Halt für mich war das Museum für ostasiatische Kunst (ermäßigt 2 €, Spind für Rucksäcke: 50 Cent) neben dem (von Studierenden bevölkerten) Aachener Weiher. Wenig Exponate, die man wohl erst wertschätzen kann, wenn man sich eingehender mit der historischen Kultur dieser Länder beschäftigt hat.

Mittagessen: Verspätetes Mittagessen gab es für mich dann in der Joe Champs American Sportsbar am Rudolfplatz. Gezwungenermaßen, da die umliegenden Restaurants schlichtweg voll waren. Ein überteuertes Getränk samt klassischem Burger kostete mich fast 20 €. Nun ja, mein Fehler. Nochmal würde ich das nicht bezahlen. Danach ging es für mich auch schon wieder zurück nach Bayern.

joe champs american sportsbar rudolfplatz
Veggie-Burger und der „Fresh“-Smoothie in der Joe Champs American Sportsbar.

Fazit: Städtetrip Köln

Über Köln und Westdeutschland im Allgemeinen hatte ich im Vorfeld nicht viel gehört. Nur, dass dort viele YouTuber wohnen sollen, die Straßen dreckig seien und was eben in den Nachrichten so läuft, wie die berühmte Silvesternacht. Was ich vorfand, unterschied sich davon extrem: Offene, freundliche Menschen, wenig Touristen, saubere Straßen, tolle „Natur“ am Rhein und eindrucksvolle Gebilde. Als ich abends in die Jazzbar ging, kam mir die Innenstadt tatsächlich wie die Kleinstadt vor, aus der ich stamme. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte mich mit einer Bierflasche fröhlich plaudernd neben ein paar Gleichaltrige gestellt. Die anderen Attraktionen fand ich eher gemäßigt, richtig toll waren für mich nur der LVR-Turm, der Aachener Weiher und das Schlendern am Rhein entlang. Für Essen habe ich in den zwei Tagen sehr viel Geld ausgegeben und war nicht besonders zufrieden, was natürlich stark subjektiv ist. Das Flair der Stadt unterscheidet sich meiner Meinung nach positiv von allen bayerischen Städten, wo die Einwohner einen allerhöchstens misstrauisch mustern, falls man denn welche antrifft. Ich erkläre Köln hiermit zu meiner weltweiten Zweitlieblingsstadt!

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Und erstmals seht ihr meine Wenigkeit genauer 😉

Hier kommt ihr zu meinem Bericht über den Wochenendausflug Berchtesgaden.

Wart ihr schon mal in Köln oder wohnt dort sogar? Was gefällt euch an der Stadt und was nicht? Habt ihr Geheimtipps für den nächsten Besuch?