Ein Tag im Tierheim

Welche Tiere sitzen eigentlich im Tierheim? Was tun die Pfleger den ganzen Tag? Und gehen da überhaupt Leute hin? Ich berichte euch von meinen Eindrücken als ehrenamtliche Aushilfe. Vorneweg: Tierheime sind besser als ihr Image!

In den Semesterferien war ich im Tierschutzverein Würzburg im Einsatz, immer vormittags an fünf Tagen in der Woche. Zuerst hatte ich befürchtet, meine Hilfe würde vielleicht nicht willkommen sein, doch das Gegenteil war der Fall: Mich empfing ein sehr nettes Team und ich war tatsächlich nicht die einzige Helferin, da fast immer andere Helfer oder Praktikanten vor Ort waren. Außerdem war ich positiv überrascht von den geräumigen, hellen Unterbringungen, der Sauberkeit und der Gruppentierhaltung (wenn möglich). Jetzt fragt ihr euch bestimmt zuerst, was man dort eigentlich so macht. Ich unterstützte die Angestellten bei verschiedensten Aufgaben:

  • Saubermachen, saubermachen, saubermachen: Mit Besen, Dampfstrahler oder Schwamm in der Hand verbringt man gut die Hälfte der Zeit. Schließlich müssen alle Boxen gereinigt und die Näpfe gespült werden.
  • Füttern: Vom Trockenfutter über Spezialfutter bis hin zu liebevoll kleingehacktem Gemüse für die Schildkröten ist fast alles dabei.
  • Hunde ins Außengehege bringen oder freiwillig dafür eingetragenen Vereinsmitgliedern zum nachmittäglichen Ausführen mitgeben (wo ich übrigens auch immer mal teilnehme)
  • Medikamente verabreichen oder dem Tierarzt assistieren
  • Tierpension: Viele Hunde, Katzen oder Kleintiere kommen zur Pflege, während Herrchen oder Frauchen verreisen oder ins Krankenhaus müssen.
  • Annahme und Vermittlung: Die Kernaufgabe des Tierheims! Zu den Besuchszeiten nehmen sich die Pfleger Zeit für ausgiebige Beratungs- und Vermittlungsgespräche mit den Interessenten. Im traurigsten Fall kommen Menschen, um ihr Tier für immer abzugeben. Zum Glück werden die meisten Tiere innerhalb weniger Monate vermittelt!
  • Spenden: Ihr glaubt nicht, was die bereitwilligen Spender alles aus ihren Kofferräumen zerren. 😀 Von Hundeleberwurst über Planschbecken bis zum Zwei-Meter-Kratzbaum ist nahezu alles möglich und wird dankend angenommen.

Dass es beim Mithelfen nicht vorrangig um Tierestreicheln geht, sollte einem bewusst sein. Nichtsdestotrotz ist nach Absprache zwischendurch zum Glück Zeit zum Streicheln oder Spielen – das entschädigt für alles! 🙂

Tierheim
Das Tierheim Würzburg liegt inmitten eines naturbelassenen Parks – ideal zum Gassigehen, z. B. mit Schäferhund-Mix Nanny. 🙂

Wer sitzt im Tierheim?

Ihr glaubt, im Heim wohnen größtenteils verhaltensauffällige Tiere? Überzeugt euch vom Gegenteil! Natürlich sind die meisten Hunde keine Welpen mehr und haben eine Vorgeschichte. Sehr oft sind die Tiere aber gut sozialisiert und können problemlos im neuen Zuhause integriert werden. Meistens sind die Fehlentscheidungen oder Schicksalsschläge der Menschen „schuld“ daran, dass Tiere im Heim landen, z.B.wenn sie unbedacht zu Weihnachten verschenkt werden und dann doch nicht mehr so niedlich sind wie gedacht. Auch Umzug, Nachwuchs, Scheidung oder Todesfall sind typische Szenarien, aufgrund derer sich Halter von Hund, Katze oder Kleintier trennen.

Eine weitere „Quelle“ sind Tierheime oder Tierschutzorganisationen im Ausland, die Hunde aus der Tötungsstation retten oder Streuner von der Straße holen. Diese Hunde werden von Tierschützern oder auch Privatpersonen, die sich z.B. als Flugpate zur Verfügung stellen, nach Deutschland gebracht, wo sie besser vermittelt werden können als in Rumänien, Spanien & Co. Darunter sind wirklich tolle Hunde, die keineswegs „schlechter“ sind als Welpen vom Züchter.

Die letzte Gruppe sind Pensionstiere (üblicherweise Hunde, Katzen & Co., aber auch Degus und Graupapageien wurden schon untergebracht!), die nur zu Gast im Tierheim sind und nach einigen Tagen oder Wochen wieder nach Hause dürfen.

Die Tiere auf dem Beitragsfoto warten übrigens alle noch auf ein neues Zuhause – wie wäre es mit einem Ausflug ins Tierheim Würzburg? Hier geht´s zur Website, wo ihr eine detaillierte Übersicht der Hunde, Katzen und Kleintiere findet.

Auf ins Tierheim!

Auch bei euch vor Ort warten sicherlich super Hunde im Tierheim auf ein neues Zuhause. Auf Webseiten wie „Tierheimhelden“ oder „ABC-Tierschutz“ findet ihr eine bundesweite Liste aktueller Tiere. Ihr werdet staunen, wie viele Tiere auf eine zweite Chance hoffen. Ehrenamtliche Hilfe oder ein Praktikum ist in vielen Tierheimen möglich. Ihr könnt euch auch über Mitglied- oder Patenschaften informieren oder eine Geld- oder Sachspende dalassen – egal in welcher Form, ihr könnt auf jeden Fall helfen!

Habt ihr schon mal ein Tier adoptiert oder seid ihr Mitglied in einem Tierschutzverein?  

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Bilderquelle: Tierheim Würzburg