Meine schönsten Kinderbücher

Momentan beschäftige ich mich auf mehreren Ebenen viel mit Büchern, insbesondere Kinderbüchern. Da kam ich auf die Idee, mal meine liebsten Werke aus Kindertagen herauszukramen – Nostalgie pur!

Der heutige Lesemarkt für Kinder ist ziemlich bunt: Farbige Innenillustrationen, haptisch spezielle Cover und crossmediale Ausspielungen sind seit der Digitalisierung möglich. Glitzerfolie hier, Stickerbogen da und eine eigene Website im Internet sind Dinge, die ich mir als Kind in Bezug auf Bücher nicht annähernd vorstellen konnte. Im Laufe der Jahre wurde die Textmenge in Kinderbüchern immer geringer, vermutlich ein Opfer des veränderten Leseverhaltens der digitalen Bildschirme. Richtig dicke Klopper findet man derzeit im Kinderbereich selten. Aktuell sind bei älteren Kindern die Comic-Bücher im Stil von Greg’s Tagebuch sehr beliebt, was den Trend der Lesefaulheit ganz gut abbildet, wie ich finde.

Ich bin in den 90ern aufgewachsen und konnte so ab der Jahrtausendwende lesen 🙂 Ich hatte das Glück, dass in meiner Familie viel gelesen wurde und der Dachboden voller älterer (Kinder-)Literatur stand. Von den moderneren Kinderbüchern ab der Jahrtausendwende habe ich relativ wenig gelesen, weil ich eine eher anspruchsvollere Leserin war, für die die Bücher nicht dick genug sein konnten. Tatsächlich las ich selten altersgerecht, sondern immer die Werke für ältere Kinder, da mir Bücher wie das „Sams“ oder „Fear Street“ im entsprechenden Alter zu kindlich waren. Kommt nun mit mir in die nostalgische Welt der wunderschönen Kinderbücher!

Cap und Capper – Zwei Freunde auf acht Pfoten

Ein Disney-Klassiker, der eine wunderschöne und zugleich sehr traurige Geschichte von einem Fuchsbaby erzählt, das von einer alten Dame gerettet wird. Es geht um Freundschaft, Konventionen und Abschied – ohne Witz, ich konnte die Stelle, als Cap im Wald ausgesetzt wurde, nur ein einziges Mal ansehen, weil ich als Kind dabei immer in Tränen ausgebrochen bin. Ein Buch, das für mich mit vielen Emotionen verbunden ist und wohl auch die Tierliebe in mir entfacht hat. Meine Ausgabe ist schon ziemlich lädiert, da sie sozusagen ein Erbstück ist und wurde – ohne Angabe des Jahres – als Lizenzausgabe vom Bertelsmann Club verlegt.

Cap und Capper

Fehlerteufel Klecks

Dieses Buch war tatsächlich mein erstes richtiges Buch, welches ich gelesen habe. Meine Familie schenkte es mir zur Einschulung, ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, was ich zuvor schon gelesen und besessen hatte – jedenfalls kein RICHTIGES Buch für Große! Dass ich meiner Zeit etwas voraus war, seht ihr daran, dass es eigentlich für Kinder ab sieben Jahren (ich war bei der Einschulung fünf) konzipiert ist, also „geübtere Leseanfänger“. Pff. Diese Ausgabe wurde 2000 vom Loewe Verlag verlegt, die Autorin ist Cornelia Ziegler.

Fehlerteufel Klecks

5 Freunde

Wer kennt sie nicht, die 5 Freunde George, Julius, Richard, Anne und Timmy? Gemeinsam erleben sie fesselnde Abenteuer in und um Georges Felseninsel. Ich habe jedes Mal geheult, wenn ich kurz vor Ende eines Bandes war, weil ich nicht wollte, dass diese schönen Geschichten aufhören. Das sagt wohl alles 🙂 Meine Ausgaben sind auch uralte Familienerbstücke und wurden vor Jahrzehnten von Bertelsmann publiziert. Die Originalbücher stammen aus der Feder von Enid Blyton.

5 Freunde

Blitz

Diese Reihe um den anmutigen und wilden Hengst Blitz habe ich genauso geliebt und verschlungen wie die 5 Freunde. Ich fand es unglaublich cool, wie der Junge Alec und Blitz die tollkühnsten Abenteuer zusammen erleben, immer vor dem Hintergrund, dass Blitz sich nicht zähmen lässt. Und immer die Spannung, wenn die beiden ein Pferderennen absolvierten – für Kinder ein Traum. Besonders gut gefallen haben mir dabei die wechselnden Kulissen und dass das Verhältnis zwischen Alec und dem Hengst stets im Vordergrund stand. Meine Exemplare wurden in den 80ern vom Tosa Verlag publiziert.

Blitz der schwarze hengst

Hanni und Nanni

Die beiden Namen sollten jedem ein Begriff sein. Das Zwillingspaar, das gegen ihren Willen in ein Internat gesteckt wurde und dort allerhand Streiche aushecken und lustige Dinge mit ihren Lehrern und Mitschülern erleben. Wollte nicht jedes Mädchen früher in Lindenhof leben? Das einzige, was mich verwirrt hat, war die Sportart Lacrosse, die in der deutschen Übersetzung „Handball“ heißt. Den Unterschied habe ich erst in der 8. oder 9. Klasse herausgefunden – danke dafür! Ansonsten hat Enid Blyton eine tolle Reihe für junge Mädchen geschrieben, die zwar recht trivial, aber vom Setting ganz cool ist. Das ältere Buch, das ihr im Vordergrund seht, erschien 1967 im Franz Schneider Verlag.

Hanni und Nanni

Die Wilden Hühner

Okay, diese Reihe von Cornelia Funke zähle ich zu den modernen Kinderbüchern und stellen in der Liste meiner Lieblingsbücher eher die Ausnahme dar. Mir haben damals die Bandenkriege der Wilden Hühner und der Pygmäen gefallen, die angedeuteten Liebesgeschichten und dass die Kinder einen Bauwagen als Treffpunkt haben. Meine gelesenen Ausgaben erschienen 2003 bei Dressler.

Die Wilden Hühner

Ronja Räubertochter

Zu diesem Klassiker von Astrid Lindgren muss ich nicht viel sagen. Ein kleines Mädchen, das Stärke zeigt und sich von der behaglichen Wärme ihrer Räuberburg auf in die eiskalte Bärenhöhle macht, um mit ihrem Freund Birk zusammen sein zu können. Starke Heldinnen mag ich sehr, deshalb darf Ronja Räubertochter auf meiner Liste nicht fehlen. 1995 wurde meine Ausgabe bei Oetinger verlegt.

Ronja Räubertohter

No Jungs

Das ist nun definitiv eines der trivialsten Bücher, die ich als Kind gelesen habe. Die Reihe handelt von Tinka und Lissi, die beide heimlich hexen können und in den Besitz eines verzauberten Hauses gelangen. Dabei passieren ihnen und der Patchworkfamilie ständig Missgeschicke… Hm, ich kenne vermutlich vier Bände der Reihe und fand daran cool, dass die Mädchen ein eigenes Haus besaßen, in dem alles irgendwie mit Magie funktionierte. Diese Ausgabe wurde 2004 vom Franz Schneider Verlag veröffentlicht.

no jungs

Mein schlimmstes Kinderbuch: Ein Kater schwarz wie die Nacht

Zum Ende zeige ich euch noch das verstörendste Kinderbuch, das ich jemals gelesen habe (genau genommen gab es da noch „Drachenthal“ von Wolfgang Hohlbein, in dem die Protagonistin am Ende gewaltsam mit Spiegelscherben erstochen wird – hallo?!). Es ist von Henning Mankell, den ihr vielleicht von seinen Krimis kennt, und dreht sich um den sechsjährigen Lukas, der zum Geburtstag einen schwarzen Kater von seinen Eltern bekommt. Kater Munkel verschwindet allerdings eines Tages und so macht sich der Junge auf die Suche nach ihm. Doch leider findet er ihn nie. Richtig gelesen, das Vieh bleibt einfach verschwunden! Wie kann man Kinder nur derartig quälen? Am Ende denkt sich Lukas nämlich noch eine Traumwelt aus, in der er sich von Munkel verabschiedet – äh, wie bitte? Als aufgeklärtes Kind wusste ich doch, dass das nur Quatsch ist – und wo ist gefälligst die Katze hin? Wurde sie etwa überfahren? Auch wenn ich jetzt die Intention des Buches verstehe, nämlich Kindern die Themen Verlust und Trauerbewältigung näherzubringen, kann ich mich noch genau an die Verwirrung und Frustration in meinem Kinderkopf erinnern.

Ein Kater schwarz wie die NAcht

Das waren also meine schönsten Kinderbücher. Die meisten Reihen habe ich mir in der örtlichen Bücherei ausgeliehen, hier seht ihr Abbildungen von einigen Bänden, die ich Zuhause habe. Vor einigen Monaten habe ich euch außerdem meine (damaligen) Lieblingsbücher in einer Blogparade (click!) vorgestellt, bei der ihr übrigens gerne mitmachen könnt.

Welche waren eure liebsten Bücher als Kind? Kennt ihr einige der Romane, die ich euch genannt habe? Worüber habt ihr gerne gelesen – Pferde, Piraten oder etwas ganz anderes?können