Der perfekte Mitarbeiter

Nachdem ich letzte Woche schon darüber geschrieben habe, wie ihr zum perfekten Praktikanten werdet, geht es heute um festangestellte Mitarbeiter, die kein Chef mehr gehen lassen will!

110% geben

Darf’s ein bisschen mehr sein? Das ist mein Geheimtipp schlechthin. Wenn es Zeit und Aufwand erlauben, mache ich immer mehr, als gefordert ist. Prinzipiell gilt: Immer umfassend denken, einen Schritt voraus sein und seine Arbeit so gestalten, dass den Kollegen oder Vorgesetzten die Arbeit erleichtert wird – sie werden nicht mehr auf euch verzichten wollen und erstaunt sein, was ihr in der kurzen Zeit alles schafft! Auch im direkten Vergleich mit euren Kollegen schneidet ihr dann besser ab…

So nicht: Ihr erledigt eure Aufgaben nur schlampig und der Chef muss euch ständig bitten, nochmal nachzusehen und nachzuarbeiten. Dadurch werdet ihr komplett austauschbar, denn jeder könnte dieselbe Arbeit genauso „schlecht“ machen wie ihr…

Hilf dir selbst

Vermeidet einfach unnötige Fragen. Natürlich muss man am Anfang fragen, um die Abläufe zu verstehen. Aber irgendwann hat man alles einmal durchexerziert und so viel Kompetenz entwickelt, eigene Entscheidungen zu treffen. Genau dazu seid ihr nämlich da! Stehe ich vor einer Aktion oder einer zunächst unlösbaren Aufgabe, frage ich mich immer zuerst „Wie schaffe ich das allein?“ Wenn ihr gar nicht mehr weiterwisst, fragt zunächst Kollegen, aber geht bitte nicht den Vorgesetzten auf die Nerven! Außerdem bekommen sie so nichts von eurer fehlenden Kompetenz mit J Gilt natürlich nicht, wenn ihr einen dieser Horror-Chefs habt, die über jeden Mauszeiger informiert werden wollen…

So nicht: Ich finde, es gibt durchaus dumme Fragen. „Chefin, wo liegt das auf dem Laufwerk?“ Wie wäre es mit nachdenken und der Suchfunktion? Dann gibt es noch die ganz unsicheren Mitarbeiter, die wegen jedem Pups fragen. „Soll ich das schwarz-weiße oder bunte Briefpapier nehmen? Bestellen wir fünf oder sechs Kartons Druckerpapier? Kann ich das Angebot so rausschicken? Dann rufe ich heute um 14 Uhr den Kunden an, oder?“. Wenn sich der Vorgesetzte ständig Zeit nehmen muss, um euch die Aufgaben genauestens zu erklären, kann er sie auch gleich selbst erledigen und auf euch verzichten.

Konzentration!

Ich bin ein Mensch, dem ständig Flüchtigkeitsfehler passieren, wenn ich mich nicht zu 100% konzentriere. Was ich deshalb bei jeder Aufgabe tun muss! Wichtig sind dabei Erholungspausen für das Gehirn, zum Beispiel durch einen kurzen Spaziergang zur Kaffeemaschine, einen Toilettenbesuch oder durch das stupide Aufräumen des Rollcontainers. Wie ich in meinem Beitrag „Effizient leben: Schlafdauer“ schon beschrieben habe, sind meine produktiven Stunden am Vormittag. Das heißt, da konzentriere ich mich so gut und lange es geht, während ich nach der Mittagspause die routinierten Dinge erledige, die ich im Schlaf kann. Fehlerfreie Arbeit abzuliefern ist wichtig, sobald ihr Verantwortung innehabt oder welche bekommen möchtet. Also: Exakt und konzentriert an die Arbeit!

So nicht: Unkonzentriert arbeiten und dabei Flüchtigkeitsfehler machen. Denn niemand wird euch einen verantwortungsvollen Posten übertragen, wenn ihr aus Leichtsinn ständig Dinge verkehrt macht und die Firma dadurch sogar Schaden erleiden kann!

Contenance bewahren

Ihr seid bei eurer Firma angestellt, weil ihr einem einfachen Kuhhandel zugestimmt habt: Tausche Leistung gegen Geld. Also verhaltet euch auch so! Ja, ich weiß, dass wir alle menschlich sind. Auch ich bin auf der Arbeit schon in Tränen ausgebrochen usw. Kommt alles mal vor. Wenn wir alle unsere Unlust und Emotionen zu Hause lassen würden, wäre Deutschlands Wirtschaft um einiges erfolgreicher. Trennt also klar Berufliches und Privates, Professionalität und Emotionen!

So nicht: Abteilung A gibt etwas an Abteilung B weiter, Abteilung B bearbeitet es und schickt es zur Absegnung zurück an A. A ist damit unzufrieden und bittet B, es auszubessern. B ist deswegen beleidigt und hat keine Lust dazu, weshalb er behauptet, dass keine Ausbesserung möglich sei. A ist daraufhin wütend auf B, der ganze Ablauf verzögert sich und Spannungen entstehen. Was soll der Kindergarten? Wir sind doch alle arbeitende Roboter und handeln zum Wohle unseres Arbeitgebers, wozu also diese internen Machtkämpfe?

Offen gegenüber Neuem

Einen Workflow zu verändern, bedeutet prinzipiell nichts Schlechtes. In der Industrie fallen dadurch häufig Jobs weg (Stichwort Digitalisierung), allerdings kenne ich mich da nicht gut genug aus. Im Büro heißt das meistens, dass sich lediglich erst mal die Arbeitsabläufe verändern werden. Seid dem gegenüber offen, denn ihr könnt an der Entscheidung der Vorgesetzten eh nichts ändern (es sei denn, es wäre eine wirklich ineffiziente Verschlimmbesserung, was es selten ist). Oder macht doch selbst einfach Vorschläge, wie man dieses oder jenes optimieren könnte. Dadurch zeigt ihr Interesse an den Vorgängen der Firma und dass ihr mitdenkt. Was wollen die Vorgesetzten mehr?

So nicht: Kennt ihr diese sturen, schwarzen Schafe in der Firma, die seit 30 Jahren etwas auf eine bestimmte Weise tun und sowieso alles besser wissen? Glückwunsch. Solche Effizienzbremsen sind mehr Hindernis als Bereicherung.

Der Beitrag ist schon ziemlich lang geworden, mir fallen aber noch viele andere Dinge ein, die gute Mitarbeiter ausmachen. Zum Beispiel Hilfsbereitschaft, fachliche Kompetenz, Brancheninteresse, Weiterbildungen uvm. Wenn ihr mehr Tipps oder etwas Spezifisches wissen wollt, schreibt es gerne in die Kommentare! 🙂

Hier findet ihr den Beitrag zum perfekten Praktikanten.

Fandet ihr die Tipps hilfreich? Stimmt ihr mir zu oder eher nicht? Aus welchen Fehlern habt ihr schon gelernt?