Romane-Review zu Cecilia Ahern

Habt ihr auch einen Autor, dessen Bücher euch über Jahre hinweg begleiten? Bei mir trifft das ganz klar auf Cecilia Ahern zu. Dabei ist meine Meinung zu ihren Werken zwiegespalten. Warum? Gehen wir ihre Romane doch einfach mal chronologisch durch!

Ahern-Buchrücken
Meine etwas zerlesene Büchersammlung von Cecilia Ahern (auf dem Bild fehlt leider „Ich schreib dir morgen wieder“, das ich momentan nicht hier habe). Die deutschen Titel finde ich meist unpassend und austauschbar, was meint ihr? Dagegen gefällt mir die Covergestaltung sehr gut.

Von den Debütromanen der Autorin war ich begeistert. Ich mochte und mag die detailliert gezeichneten Figuren, den bildhaften Schreibstil, den Humor, die irische Kulisse sowie die tiefen Emotionen, die übermittelt werden. Während Holly in „P.S. Ich liebe Dich“ den Tod ihres Mannes verarbeitet, handelt „Für immer vielleicht“ von der Freundschaft und Liebe zwischen Alex und Rosie von der Kindheit bis ins hohe Alter – geschrieben in Form von Briefen, E-Mails und SMS! In beiden Romanen entwickeln sich die Figuren weiter, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse stehen im Vordergrund. Darum sind die beiden Erstlinge der Autorin meine Favoriten. Klare Leseempfehlung!

Cecilia Ahern
Die beiden Debütromane der Autorin zählen zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Unbedingt lesen!

Belletristik mit Fantasy?

Die nächsten sechs erschienenen Bücher fallen meiner Meinung nach in die Kategorie „Belletristik mit fraglichen Fantasy-Elementen“. Ein kurzer Überblick:

  • Zwischen Himmel und Liebe
  • Vermiss mein nicht
  • Ich hab dich im Gefühl
  • Zeit deines Lebens
  • Ich schreib dir morgen wieder (fehlt im unteren Bild)
  • Ein Moment fürs Leben

So handelt „Zwischen Himmel und Liebe“ von Elizabeth und ihrem unsichtbaren Freund Ivan, in „Vermiss mein nicht“ gibt es einen fiktiven Ort, an dem alle verschwundenen Gegenstände zu finden sind, und bei „Ein Moment fürs Leben“ hat Lucy eine Begegnung mit ihrem Leben – in Gestalt eines Mannes.

Cecilia Ahern
Diese Bücher mochte ich größtenteils (vor allem „Ich hab dich im Gefühl“), nur erschienen mir die Fantasyelemente oft unlogisch. Wie seht ihr das?

Die Fantasy-Elemente in ihren Büchern wurden immer typischer für Cecilia Ahern. In vielen Kritiken und Rezensionen ist von modernen Märchen oder zauberhafter Belletristik die Rede. Obwohl ich die Romane weiterhin gerne las, blieb ich immer etwas verwirrt zurück, denn die magischen Elemente passten nicht so recht in die echte Welt. Warum gibt es im spießbürgerlichen Alltag irischer Kleinstadtbürger plötzlich unsichtbare Menschen, geheimnisvolle Pillen oder Tagebücher aus der Zukunft? In jedem Roman wartet man vergeblich auf eine Erklärung der magischen Elemente oder auf eine rationale Auflösung am Ende.

Mein Favorit aus den oben genannten Büchern war lediglich „Ich hab dich im Gefühl“, denn einerseits konnte ich zwar mit dem Fantasieelement (Joyce ist nach einer Bluttransfusion kognitiv und emotional mit dem Spender verbunden) wenig anfangen, andererseits war die Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrem Vater sehr berührend. Die anderen Bücher konnten mich emotional nicht fesseln, da der Charakter der Figuren sehr festgefahren war und wenig Entwicklung oder Facetten zuließ. Was haltet ihr von den magischen Elementen in Cecilia Aherns Büchern?

Cecilia Ahern
Jeder Autor entwickelt sich logischerweise weiter. Bei Cecilia Ahern blieben der Schreibstil und die Liebe zum Detail erhalten, dafür änderten sich meiner Meinung nach deutlich die sprachlich-symbolische Tiefe sowie der Handlungsaufbau.

Von Namenslisten und Murmelsammlern

Die Romane „Hundert Namen“, „Die Liebe deines Lebens“ und „Der Glasmurmelsammler“ (auf Englisch „The marble collector“) haben mir nicht mehr so gut gefallen, denn die magischen Elemente fielen zwar größtenteils weg, dafür blieb die Handlung eher seicht und geradezu ziellos. Die Gedanken der Protagonisten zu Liebe, Kindheit, Tod und anderen großen Themen im Leben standen im Vordergrund, was natürlich nicht negativ ist, nur eben anders als bisher. Ich habe das Gefühl, ihr gehen ein bisschen die Ideen aus – vielleicht könnte sie mit ihrer Vorliebe für symbolhafte Sprache und tiefgründige Botschaften lieber Gedichtbände schreiben?  „Das Jahr, in dem ich dich traf“ habe ich übrigens nicht gelesen, habt ihr eine Meinung dazu?

Welche Bücher von Cecilia Ahern habt ihr gelesen und welche sind eure Favoriten? Habt ihr auch eine Entwicklung bzw. Veränderung der Bücher im Positiven oder Negativen festgestellt? Und kennt jemand unter euch eigentlich ihre neue „Flawed“-Reihe für Jugendliche?

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