Rezension „Tallulah und der goldene Kolibri“

„Tallulah und der goldene Kolibri“ ist ein Fantasyroman der Autorin Andrea Schneeberger, der meiner Meinung nach sehr viel Potenzial hat, dies aber kaum nutzt. Er schenkt uns trotz allem ein paar vergnügte Lesestunden. Die erste Auflage ist im Februar 2017 im Tempus Logus Verlag in Zürich erschienen. Meine Ebookversion hat 227 Seiten und 22 Kapitel inklusive Vorwort, Danksagung und Werbung für weitere Bücher der Autorin.

Klappentext und Inhalt

„Seit sie denken kann, fühlt sich die 17-jährige Tallulah von der Nacht angezogen: Wenn es dunkel wird, schlendert sie durch den Park oder besucht die Spätvorstellung im Kino – heimlich natürlich, denn ihr überfürsorglicher Vater würde das niemals erlauben: Vielleicht zurecht, denn eines nachts wird sie auf einem solchen Streifzug überfallen und erst in letzter Sekunde vom geheimnisvollen Zacharias Leopold gerettet, der behauptet, ein Vampyyri zu sein. Trotz seiner kauzigen Art ist er Tallulah sympathisch, doch ein Widersehen ist ausgeschlossen, wie er sagt – schließlich sei sie eine der verfeindeten Yövaeltaja. Tallulah beginnt, dem merkwürdigen Vorfall auf eigene Faust nachzugehen, doch als plötzlich alte Briefe ihrer seit Kindertagen verschollenen Mutter auftauchen, überschlagen sich die Ereignisse: Unheimliche Gestalten huschen durch Vaalea und ein dunkler Schatten legt sich über ihre Heimatstadt. Warum scheinen die Menschen plötzlich alle Hoffnung zu verlieren? Kann Tallulah das Licht zurückholen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen, goldenen Kolibri auf sich? Ein abenteuerlicher Fantasy-Roman über eine starke Heldin im Kampf für das Gute.“

Soweit der mehr als ausführliche Klappentext. In Vaalea gibt es drei Arten von Fantasywesen: Yövaeltaja, Yösyöja und Vampyyri, die in einer spannenden Dreiecksbeziehung zueinander leben. Tallulah dachte bis zum Treffen mit Zacharias, dass sie ein Mensch sei – tatsächlich ist sie eine Yövaeltaja. Und Zacharias ein Vampyyri. Wer den Konflikt schon kommen sieht, behält Recht: Die mehr oder weniger tragische Liebesgeschichte der beiden zieht sich durch die gesamte Handlung. Die Welt gerät aus den Fugen, als ein machthungriger Bösewicht Unruhe stiftet, weshalb Tallulah, Zacharias und ihre Freunde sich auf die (sehr kurze!) Suche nach dem goldenen Kolibri machen.

Das hat mir gefallen

Der finnische Einschlag in den Fantasynamen ist mal erfrischend anders. Ein paar Hintergründe werden auch mit skandinavischen Geschichten erklärt. Allgemein finde ich die Dreiecksbeziehung zwischen den drei Fantasywesen-Kategorien sehr interessant. Sie weicht von den üblichen Konstellationen in diesem Genre ab und hat, wie ich finde, sehr viel Potenzial.

Das hat mir nicht gefallen

Das Buch ist für meinen Geschmack viel zu knapp gehalten. Die Handlung geschieht Schlag auf Schlag, für Erklärungen und Hintergründe bleibt dabei keine Zeit, was ich extrem schade finde. Der gesamte Plot ist für mich leider zu vorhersehbar, als dass es mich gefesselt hätte. Oft handeln die Figuren dann auch nicht nachvollziehbar, weil eben zu wenig auf deren Emotionen eingegangen wird. Charakterlich entwickeln sich die Figuren schon etwas weiter, wofür aber auf circa 200 Seiten erneut kaum Erklärung möglich ist.

Fazit

Wer ein Fan von purer Handlung ist, dem könnte „Tallulah und der goldene Kolibri“ gut gefallen. Das Buch erscheint mir jedoch irgendwie unvollständig, weil mir Hintergründe, Emotionen, Erklärungen, ausführliche Charaktere und Ansichten fehlen. Wahrscheinlich ist das Buch aber genau so perfekt, wie es die Autorin geschrieben hat und es trifft nur nicht meinen Geschmack.

Ich vergebe deshalb 2 von 5 goldenen Büchern:

2 bücher gold

(Die Skala: Fehlkauf – Es hat was – Gute Ansätze – Tolles Buch – Lieblingsbuch)

Hier geht’s zur Homepage der Autorin: andrea-schneeberger.ch

Weitere Fantasyromane, die wir schon rezensiert haben:

Die Traumknüpfer

Die Schicksalsknüpferin

Schwertläufer

Kennt ihr das Buch? Wie findet ihr es?