Effizient leben: Universität

Wie vor kurzem angekündigt, starte ich eine Reihe zum Thema „Effzient leben“, in der ich verschiedene Bereiche aufgreife und euch Tipps gebe, wie ihr eure Abläufe dort effizienter leben könnt, damit ihr am Ende des Tages hoffentlich noch entspannt seid und Zeit für eure Lieblingsbeschäftigungen habt. Heute beginne ich mit dem Thema Uni bzw. Hochschulen.

Mitschreiben

Oft sehe ich Studierende, die ausgerüstet mit Block, Stift, MacBook, iPad und ausgedruckten Skripten in der Vorlesung anrücken. Wow, das ist wirklich vorbildlich. Nur leider werden diese ganzen Instrumente oftmals fürchterlich falsch benutzt. Ihr tippt mit zwei statt zehn Fingern mühsam alles ab, was auf den Folien des Dozierenden steht?

  • Bringt euch das 10-Finger-System bei, ist wirklich nicht schwer und nach dem Erlernen könnt ihr sogar tippen, ohne hinzusehen. Quasi High-Speed-Tippen und Zeitsparen for free.
  • Wenn der Dozierende die Folien hochlädt, warum tippt ihr sie ab? Währenddessen verpasst ihr alles, was er/sie erklärt. Und das könnt ihr zuhause nicht nochmal abspulen, die Folien schon. Meine Theorie ist, dass sehr viele Studierende dadurch ständig wichtige Ankündigungen verpassen und immer wieder dieselben Nachfragen stellen – nervig für alle anderen.

Manch einen habe ich sogar schon dabei ertappt, wie er mühsam per Hand auf dem iPad mitgeschrieben hat. So ein Analog-Digital-Chaos macht mich echt sprachlos.

Falls ihr wie ich ein Verfechter des guten alten Collegeblocks seid, übt euch spätestens jetzt im Schnellschreiben. Schönschrift und Buntstifte haben auf den vollgeschmierten Klapptischchen im Hörsaal eh keinen Platz. Erschreckend finde ich auch immer, wenn hinter mir jemand Panik schiebt „Soll ich das jetzt auf ein neues Blatt schreiben? Hoch- oder Querformat? Und welche Farbe soll die Überschrift haben?“ Leute, wir sind nicht mehr in der ersten Klasse. Im ersten Semester habe ich auch mehrere Leute sagen hören, dass sie ihre Mitschriften zuhause nochmal mit Füller in Schönschrift abschreiben und dies ja ewig dauere. Okay, so kann man definitiv auch seine Zeit verschwendbringen. Wer die ausgedruckten Skripte oder Folien dabei hat, kann sich darauf gleich die Notizen machen.

Präsenz in der Vorlesung

Überlegt auch, ob es sich lohnt, zu gewissen Veranstaltungen zu gehen. Damit möchte ich keinesfalls zum Schwänzen aufrufen, ABER manchmal ist die Didaktik so ausgelegt, dass hauptsächlich die Inhalte der Folien vorgetragen werden, was ihr euch genauso gut daheim in der Hälfte der Zeit aneignen könnt. Und ihr spart euch den Weg hin und zurück. Manche Studierende beachten dies nicht und gehen in jede noch so langweilige Vorlesung, weil das schlechte Gewissen sonst gewinnt. Oft drücken genau diese Leute dann ununterbrochen auf ihren Handys rum, bestellen Jogginghosen online oder reden laut mit ihrem Sitznachbarn. Warum, liebe Leute, warum? Ihr könnt euch auch mit der Präsenz abwechseln, falls der Dozierende zum Beispiel Übungen verbessert und sie euch anschließend gegenseitig schicken. Ich finde, es gehört zu selbstständigen, vernünftigen und reflektierten Studierenden, zu wissen, wann etwas sinnvoll ist und wann bloße Zeitverschwendung.

Die Pausen

Plant im Voraus schon mal eure Pausen an der Uni ein. Wollt ihr währenddessen dortbleiben, nach Hause gehen, essen, lernen, lesen Besorgungen erledigen oder mit den anderen quatschen? Ich wohne zum Glück nahe an der Uni, weshalb ich in längeren Pausen immer nach Hause gehe und dort etwas erledige, zum Beispiel putzen, Wäsche waschen, kochen oder auch entspannt lesen. Danach bin ich wieder startklar für die nächste Vorlesung! In der halben Stunde zwischen zwei Veranstaltungen mache ich entweder Besorgungen, bereite mich auf den nächsten Kurs vor oder schreibe zum Beispiel auf meinem Laptop etwas für den Blog. Trick 17: Zuhause schon Verpflegung einpacken, um nicht spontan Geld und Zeit für Essen zu opfern.

Nochmal ganz konkret:

  1. System für Mitschriften überlegen
  2. 10-Finger-System beibringen
  3. Nicht die Folien, die der Dozierende hochlädt, abtippen
  4. Keine Schönschrift oder bunten Blockeinträge während der Vorlesung
  5. Didaktik der Veranstaltung beobachten und abwägen, ob sich ein Besuch der Veranstaltung lohnt
  6. Keine Besuche der Folien-ablesen-Vorlesungen und sich dabei dann sinnlos fremdbeschäftigen
  7. Gegebenfalls mit Kommilitonen die Besuche der Vorlesungen abwechseln
  8. Sinnvolle Beschäftigung in den Pausen
  9. Verpflegung von Zuhause mitbringen

Wer sich für (mehr oder weniger effiziente) Lernstrategien interessiert, kann auch bei unserem Beitrag „Lernen, lernen, lernen!“ reinschauen.

Ob es nun effizient war, diesen Beitrag zu lesen? 🙂

Konntet ihr euch irgendwo selbst erkennen? Findet ihr die Tipps hilfreich? Welche werdet ihr davon umsetzen, welche eher nicht?