Lernen, lernen, lernen!

Präsentationen, Projekte, Hausarbeiten – fühlt ihr euch gegen Ende des Semesters auch schon völlig ausgelaugt? Dabei beginnt jetzt erst größte Berg an Arbeit: die Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungen. Wer da nicht von Anfang an mitgelernt hat, guckt natürlich in die Röhre, wenn es heißt: lernen, lernen und nochmals lernen. Uns beiden ergeht es da nicht anders, weshalb wir unsere Lernstrategien mit euch teilen möchten. Sie sind alles andere als perfekt, tun aber ihren Zweck: gute Noten ermöglichen.

Strategie von Fran

Im Studium habe ich mir im Gegensatz zur Schule erstmals einen Lernplan angefertigt. Zuerst sichte ich den Stoff, teile ihn in Sinnabschnitte und teile deren Anzahl durch die Tage bis zum Prüfungszeitraum. Die Abschnitte kritzle ich dann in ein Kalenderblatt, aber wirklich nur für den groben Überblick. Aufwändige, farbige Lernpläne mit Verschönerungen empfinde ich als Zeitverschwendung. Es soll ja viele geben, die mit einem schönen Plan motivierter zum Lernen sind. Gehört ihr dazu?

Unter dem Semester versuche ich, den roten Faden zu behalten, bereite aber zugegeben nicht alles vor und nach. Eine Ausnahme sind anwendungsorientierte (z. B. mathematische) Fächer, in denen man aktiv alles nachbereiten muss, um die nächste Vorlesung zu verstehen.
Am liebsten lerne ich alleine – was haltet ihr von Lerngruppen? Bevor es mit dem Lernen losgeht, erstelle ich zu manchen Fächern mit unübersichtlichen Skripten Zusammenfassungen – aber wirklich nur, wenn es nötig ist. Ich merke mir Dinge am besten, wenn ich mir zunächst einen Überblick verschaffe (durch die Sichtung des Stoffes geht das automatisch) und dann Schritt für Schritt lerne. Wenn ich konzentriert bin, geht das recht schnell. Ich bin eher der visuelle Lerntyp, oft hilft es mir aber, das Gelernte murmelnd zu wiederholen. Bei Aufzählungen merke ich mir meist die Anzahl der Stichpunkte und die Anfangsbuchstaben der Schlüsselbegriffe. Außerdem stelle ich mir fast alles bildlich vor und habe demnach ein kleines Problem mit abstrakten Begriffen (Stichwort Formeln) und Zahlen – notfalls merke ich mir das Aussehen der Skriptseite.

Womit motiviert ihr euch? Ich finde, wenn man schon keinen Sinn in vielen Fächern für sein Leben oder zumindest das weitere Studium erkennen kann (was leider oft der Fall ist), kann man sich zumindest das Ende der Prüfungsphase ausmalen. Der Ausblick auf unbesorgtes Lesen, Sporttreiben, Schreiben oder Serienschauen wirkt oft wie eine Energiespritze 🙂

 

lerntipps
Ordner, Bücher, Skripte – da kann man leicht den Überblick verlieren. Wie verschafft ihr euch Ordnung?

Siris Strategie

Ich muss ja zugeben, dass ich wider besseren Wissens während des Semesters kaum lerne und mich dafür einen Monat vor den Prüfungen ins dunkle Kämmerchen zum Pauken einschließe. In der Schule musste ich glücklicherweise nie viel lernen, dementsprechend habe ich es nur selten getan (Tipp für alle faulen Abiturienten: Wählt eine Sprache als schriftliches Fach!). In der Uni ist das System ganz anders: Die Studierenden werden drei Monate lang mit Stoff überhäuft und ganz am Ende des Semesters kommt (meist) eine Single Choice-Prüfung mit 40 – 80 Fragen. In meinem Studiengang an der Uni Passau ist es leider so, dass ALLE Prüfungen in der letzten Vorlesungswoche stattfinden. Das heißt, dass ich bislang immer sechs Prüfungen in vier Tagen hatte. Während nebenbei noch die anderen Vorlesungen liefen… es ist schlichtweg die Hölle und reines Bulimielernen, was da von den Studierenden erwartet wird.

Weil so viel Wissen unmöglich in kurzer Zeit ins Kurzzeitgedächtnis kann, setze ich beim Lernen stets auf Wiederholung. Das heißt, dass ich etwa einen Monat vor den Prüfungen jeden Tag etwas durchlese und mir gegebenenfalls (!) Zusammenfassungen vom Stoff erstelle, sollte dieser zu unübersichtlich sein. Dabei mache ich meistens zwei Stunden lang ein bestimmtes Fach und wechsle dann oder, wenn es mich interessiert, dasselbe Fach auch länger. Zusammen mit der (hoffentlich) besuchten Vorlesung, habe ich dann einen guten Überblick, worum sich die Veranstaltung dreht und wo wir gerade stehen. Etwa zwei Wochen vor der Prüfung wiederhole ich dieses Fach nochmals komplett von vorne, um mein Gedächtnis aufzufrischen. Hierbei merke ich mir dann noch mehr Sachen und lerne die wichtigsten Sachen schon mal mittels Verständnis und eines leicht fotografischen Gedächtnisses. Da zwischen den Prüfungen erfahrungsgemäß keine Zeit bleibt, lerne ich am Tag oder in der Nacht vorher den Rest dieses Fachs im Kurzzeitgedächtnis weitgehend auswendig. Dabei können Zusammenfassungen helfen, ansonsten verzichte ich eher darauf.

Lernstrategien
Textmarker setze ich zum Hervorheben von Inhalten schon ein, allerdings sehr sparsam.

Meine Motivation liegt darin, dass ich die Uni möglichst schnell abschließen möchte. Ich lerne immer umfassend, damit ich keine Lernlücken und notfalls, falls ich etwas in der Prüfung nicht verstehe, genug Puffer bis zur 4,0 habe.

Ich würde euch meine Strategie nicht unbedingt empfehlen, weil sie zwar für mich erfolgreich, aber auch extrem anstrengend ist, da ich am Ende des Semesters jeden Tag zwölf Stunden lernen muss, um es überhaupt irgendwie hinzukriegen. Was ich aber hilfreich finde, ist die Methode des Wiederholens, denn so festigt sich der Lernstoff in eurem Gehirn und ihr braucht euch am Tag vor der Prüfung nur noch die letzten Fitzelchen in den Kopf zu schlagen. Am Tag drauf, sobald das nächste Fach ansteht, habe ich den Stoff eh wieder komplett vergessen – aber so ist es vom universitären Bildungssystem ja anscheinend gewünscht!

Welche Lernstrategien habt ihr? Seid ihr erfolgreich damit? Was sind eure Lerntipps?