Buchrezension „Die Schicksalsknüpferin“

Alle Fantasyliebhaber sollten nun gut aufpassen: Ich habe ein neues, wirklich fantastisches Werk entdeckt, das für Fans von Herr der Ringe, Eragon und der Nachtlilien-Trilogie von Siri Lindberg interessant sein könnte. Vorhang auf für „Die Schicksalsknüpferin – Das Blaue Amulett“ von Marlene von Hagen!

Inhalt

Die Geschichte dreht sich im Grunde um drei Helden, die eine gemeinsame Reise antreten. Tavion, ein einfacher Dorfjunge, Finnar, eine geborene Kriegerin und Brunja, ein Waldmädchen, das Stimmen hört. Drei Handlungsstränge, die für sich genommen jeweils sehr interessant sind, denn die drei Hauptpersonen stammen aus unterschiedlichen Völkern mit unterschiedlichen Weltanschauungen. Ziemlich bald kreuzen sich ihre Schicksale und sie machen sich auf eine beschwerliche Reise, um das Blaue Amulett zu suchen. Oft kommt es dabei zu Reibereien… Auf ihrer Reise durch das Land treffen sie auf Freunde, Feinde, gefährliche Wesen und Menschen, deren Absichten zunächst verborgen bleiben. Auch ein Krieg bricht aus! Die Figuren wachsen im Laufe der Geschichte, gewinnen an Erfahrungen und Charakterstärke, was für mich gute Bücher zu sehr guten macht.

Handlungsablauf

Der Plot ist von der ersten Seite an sehr spannend. Zu Beginn werden ziemlich viele Figuren eingeführt, was ich knapp an der Überforderungsgrenze fand. Dadurch, dass die Geschichte so spannend ist, möchte man das Buch allerdings nicht mehr aus der Hand legen und findet sich schnell zurecht. Ein dickes Plus vergebe ich für die mutigen Szenen, vor denen sich die meisten Autoren drücken. Hier werden Gräueltaten nicht nur angedeutet, sondern auch beschrieben und durchgeführt! Es kommt nicht, wie so oft, in letzter Sekunde Hilfe, sondern die Figur hat dann schlichtweg Pech gehabt – wie es in Kriegen nun mal der Fall ist. So bleibt der Handlungsablauf stets spannend und nie vorhersehbar. Das Buch endet nicht offen, dafür wird ein neues, spannendes Thema angeschnitten, das Stoff für einen zweiten Teil bietet.

Kritik

Zwei kritische Punkte habe ich anzumerken:

  1. Rechtschreibfehler. Es sind verhältnismäßig viele Rechtschreibfehler drin, was mich immer wieder aus der Geschichte katapultiert hat. Zum Beispiel wurde aus „betteten“ ein „beteten“ usw. Könnte man in einer späteren Auflage durch ein Korrektorat ausmerzen.
  2. Fäkalsprache. Ich bin absolut kein Fan von Fäkal- oder Jugendsprache, vor allem nicht in den Medien oder Büchern. Ein Buch ist für mich ein Medium, das für die Ewigkeit gedruckt wurde, das uns Sprache lehrt, das ein Statut am Lesehimmel ist. Wenn dann die Fantasy-Helden Sachen wie „ich scheiß’ mir in die Hose“ oder „du kannst mich mal am Arsch lecken“ usw. sagen, finde ich das extrem schade. Ich habe den Eindruck, dass dadurch wieder ein Stück deutscher Sprache kaputtgegangen ist und sich die Fäkalien weiter etablieren und zur neuen Alltagssprache werden.

Fazit

Trotz der Kritikpunkte ist es das beste Fantasy-Buch, was ich seit der Nachtlilien-Trilogie von Siri Lindberg gelesen habe. Und das muss echt was heißen, wenn ich dafür die Verrohung meiner geliebten Sprache in Kauf nehme 🙂 Die Figuren sind interessant und wachsen mit dem Verlauf der Geschichte, der Plot gestaltet sich sehr spannend und mutig und die gesamte Fantasy-Welt ist schlüssig und anschaulich beschrieben. Wer Fantasy-Bücher mag, sollte das Buch auf jeden Fall lesen!

Hier kommt ihr zur Homepage der Autorin Marlene von Hagen.

Ich vergebe 4,5 von 5 goldenen Büchern:

4.5 bücher gold

Kennt ihr „Die Schicksalsknüpferin“? Was sind eure Lieblings-Fantasy-Bücher?

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