Wochenendausflug Berchtesgaden

Zur Zeit jagt ein langes Wochenende das nächste. Grund genug, um einen Wochenendausflug zu unternehmen. Fran und ich haben uns für einen dreitägigen Trip nach Berchtesgaden in Oberbayern entschieden, der wirklich wunderschön und erholsam war. Genießt einen Moment kühle Bergluft, während ihr die Fotos betrachtet!

Tag 1: Ferienwohnung und Königssee

Wir sind am Donnerstag gegen 14 Uhr in unserer Ferienwohnung in Oberau, einem Teil der Marktgemeinde Berchtesgaden, angekommen. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Berge – wenn schon, denn schon 🙂 Wir bekamen von unserem Vermieter sogenannte Gästekarten, mit denen wir kostenlos das ÖPNV und bei vielen Parkplätzen und Attraktionen Rabatte nutzen konnten. Anschließend fuhren wir direkt mit dem Auto weiter zum Königssee. Alleine auf dem Parkplatz langten die Betreiber ordentlich zu: 4,50€ für drei Stunden. Wir buchten eine Bootsfahrt von der Anlegestelle Königssee bis zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä, die mit 14,50€ für Hin- und Rückfahrt auch nicht zu verachten war. Man merkt, dass der Ort und das Prozedere auf Massentourismus ausgelegt sind. Der Königssee, der bis zu 200 Meter in die Tiefe geht, erscheint auffällig sauber und klar. Eine Besonderheit: Während der Bootsfahrt demonstriert der Kapitän mit einer Trompete an einer Stelle das Echo, was sich wirklich beeindruckend anhört. Nach der Tour haben wir in einem Wirtshaus in Oberkälberstein ein Radler mit Blick auf’s Kehlsteinhaus genossen.

Tag 2: Kehlsteinhaus, Kneifelspitze und Watzmann-Therme

Tag zwei war sogleich der erste Wandertag für uns. Wir haben in der Nähe der Dokumentation Obersalzberg geparkt (Tagesticket 2€) und sind von dort hoch zum Kehlsteinhaus gewandert. Der Weg führte häufig durch den Wald und war eher unspektakulär und leicht zu bewältigen. Diese Strecke wird auch mehrmals täglich mit Bussen gefahren. Der faule Tourist von heute muss sich also keinen Schritt bewegen, um bis nach oben zu gelangen, denn ab dem Busplateau können alle High-Heels und Selfiesticks in den Aufzug bis zur Spitze steigen. Wir sind den Weg natürlich komplett gelaufen und wurden auf dem letzten Stück mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegenden Berge und den Königssee belohnt. Oben auf der Spitze (1.834m) war die Hölle los, schließlich brauchen die geschafften Busreisenden alle noch ein Selfie mit dem Gipfelkreuz! Nach dem Abstieg fuhren wir direkt zurück nach Berchtesgaden, aßen leckeren Kuchen in einem Café und machten uns dann auf nach Maria Gern, wo schon die nächste Tour auf uns wartete.

Die Kneifelspitze (1.189m) ist ein „Hügel“, von dem aus man gut auf die umliegenden Berge blicken kann. Der Weg hinauf, ausgehend von der Kirche in Maria Gern, ist eine Bergwanderung, wie sie im Buche steht: saftige Wiesen, kreuzende Kühe am Wegesrand und abwechslungsreiches, ansteigendes Terrain ließen unser Naturherz höher schlagen. Wir, natürlich schon völlig ausgehungert, freuten uns auf der Spitze schon auf’s Gasthaus: Leider wurden wir sofort wieder hinauskomplimentiert, da die Betreiber 30 Minuten vor Schluss wohl keine Lust mehr auf zahlende Gäste hatten. Dafür schmeckte es im Lokal am Fuß des Berges umso besser!
Um die malträtierten Muskeln zu entspannen, sind wir wieder nach Berchtesgaden in die Watzmann-Therme gefahren. Zum Glück hat der Nachttarif schon gegriffen, weshalb wir nur noch 7,50€ zahlten – unser „Geheimtipp“ für euch! Vom Außenbecken der Therme hat man einen atemberaubenden Blick auf den Watzmann. Danach fielen wir todmüde ins Bett – naja, ich war aufgrund von Muskelschmerzen noch etwas länger wach 🙂

Tag 3: Watzmann

Uff. Der Watzmann ist Deutschlands zweithöchster Berg nach der Zugspitze. Wir, ungeübte Wanderer, nahmen ihn uns aus irgendeinem Grund vor, wahrscheinlich weil er einfach so präsent ist. Wir haben in Ramsau geparkt und sind über die Wimbachklamm gelaufen. Diese kostet mit Kurkarte 2€ (ohne 3,50€) Wegegeld – inwiefern dieser Eintrittspreis wirklich nötig ist, kann ich nicht beurteilen, überrascht hat es uns dennoch. Über einen Holzsteig liefen wir dort also an rauschenden Wasserfällen vorbei und genossen das Naturschauspiel. Anschließend ging es weiter über die Stubenalm und die Mitterkaseralm. Auffällig: der Weg verläuft wirklich ohne Unterbrechung steil bergauf. Von der Kehlsteinwanderung waren wir gewohnt, ab und zu gerade oder leichte Abschnitte vorzufinden, aber pustekuchen! Ab der Hälfte etwa hatte ich schon meine mentale Grenze erreicht. Brennende Muskeln, schmerzende Knochen, gleißende Sonne – und wozu das alles? Aber ich habe nur zweimal gejammert 😀 Wenigstens waren auf dieser Strecke keine Sandalen-Touristen mehr, die übermütig auf den Felsen herumkraxelten. Nachdem das endlose und gnadenlose Waldstück beendet war, also etwa nach der Mitterkaseralm, kamen wir ins Auenland. Grüne Wiesen und felsige Wege gaben uns einen Hauch von Frodo – wer einen Wanderstock benutzt, kann sich auch Gandalf auf die Fahnen schreiben. Nachdem auch dieser Zauber verflogen war, ging es serpentinenartig und sehr felsig Richtung Watzmannhaus (1.930m). Diese Strecke ist teilweise sehr eng und gefährlich, denn Schnee und Schmelzwasser erschweren ein sicheres Vorankommen. Vor allem das allerletzte Stück kurz vor dem Haus war komplett vereist, weshalb man sich an einem wackligen Seil nach oben ziehen musste. Beim Haus selbst angekommen, stärkten wir uns mit einer Brotzeitplatte und selbstgemachtem Käsekuchen: ein Traum!
Den Abstieg empfand ich noch schlimmer als den Aufstieg, denn da haben die Knie wirklich arg geschmerzt. Unser Tipp: einfach rückwärts laufen 😀

Ein schöner und erholsamer Ausflug über’s lange Wochenende, der unsere Kräfte regeneriert hat. Ich persönlich sehe nun nicht mehr nur den Stress, sondern auch wieder die schönen Seiten des Lebens und bin erneut zu innerer Ruhe gekommen 🙂

Wart ihr schon einmal in Berchtesgaden? Was plant ihr am nächsten langen Wochenende?

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