Rezension „Das Leben ist kein Zweizeiler“

„Das Leben ist kein Zweizeiler“ von Friedrich Kalpenstein ist nicht nur eine wundervolle Liebeskomödie. On Top gibt´s nämlich eine ordentliche Portion bayerischen Humor und viel Hundeliebe (Pardon, DACKEL-Liebe), die das Buch so einmalig machen.

Worum geht es?

Single-Autor mit Schreibblockade sucht große Liebe, unterstützt von seiner besten Freundin Michaela und seinem Rauhaardackel Leopold. Eine Odyssee voller Dackel-Ausflüge und Dating-Pannen ist damit vorprogrammiert…

Zweizeiler Klappentext

Die Hauptfigur

Der Münchner Krimi-Autor Alexander Kranzenberger war mir von Anfang an sehr sympathisch in all seinen Facetten: als pragmatisches Gewohnheitstier, als aufopferndes Dackelherrchen, als alberner Exmann oder unsicherer Datingpartner. Jede einzelne Seite des Buches unterhält mit seinen Pleiten und Pannen und man schließt ihn und seinen störrischen Dackel Leo ins Herz. Mein persönliches Highlight: Alex schreibt aufgrund seiner Schreibblockade anspruchslose Schmonzetten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Seine Alltagserlebnisse und Horrordates verarbeitet er in diesen Entwürfen – mit zum Brüllen komischen Ergebnissen.

Klischees, aber auch Ecken und Kanten

Während Alex sehr facettenreich handelt, waren mir manche Figuren zu klischeebehaftet. Ob die dümmliche Nachbarin, die stillenden Muttis auf dem Spielplatz oder die einschüchternde „Domina“ beim Date – Frauen werden meist nicht so recht ernst genommen und emanzipierte Exemplare wie Exfrau Heike gelten gleich als unsympathische Spießer (hat sie denn gar keine liebenswerten Seiten?). Zugegeben funktioniert Situationskomik mit diesen Stereotypen natürlich besonders gut. Die Psychologin und Alex´ alte Freundin Michaela wirkt immerhin sehr bodenständig und „echt“. Wie jede Frau beschwert sie sich mal über die Arbeit oder hadert mit ihrer Figur, man wird schnell warm mit ihr.

Zweizeiler BuchrückenSimple Handlung mit einzigartigem Stil

Das Ende ist ehrlich gesagt ziemlich vorhersehbar, vielleicht hätte man den Leser durch ein paar Wendungen noch etwas hinhalten oder auf Irrwege führen können. Während sich die Geschichte in ihrem Aufbau also nicht sehr von anderen Liebeskomödien unterscheidet, hat sie in ihrem Stil doch eine ganz eigene Note, die mir sehr gut gefiel. Alex ist ein Mensch wie Du und Ich und zeigt mit seinem Dackel auf sehr witzige Weise, wie klassische Szenen aus Liebesromanen im Alltag aussehen. Er nimmt uns mit in sein „normales“ und doch spannendes Leben und zeigt uns, dass sein Alltag tatsächlich mehr (wert) ist als ein Zweizeiler!

Fazit

Das Buch eignet sich ideal für Fans von Liebeskomödien, es bringt einen zum Schmunzeln und Mitfiebern. Einen kleinen Abzug gibt es für das klischeehafte Frauenbild – es stört aber nicht wirklich beim Lesen. Die Idee mit einem Rauhaardackel als Mitbewohner sowie die sympathische Prise Selbstironie machen das Buch zu einem lesenswerten Unikat. Wer also auf der Suche nach einer leichten und lustigen Urlaubslektüre mit Herz ist, wird mit diesem Buch auf seine Kosten kommen!

Zweizeiler geöffnet

Ich vergebe deshalb 4 von 5 goldenen Büchern:

4 bücher gold

(Die Skala: Fehlkauf – Es hat was – Gute Ansätze – Tolles Buch – Lieblingsbuch)

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Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

*Das Rezensionsexemplar wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt, hat aber keinerlei Einfluss auf unsere Meinung.*