Schwung statt schlingern

Life is like riding a bicycle, to keep your balance you must keep moving.

Dieser Spruch dürfte den meisten von euch bekannt sein und klingt auf den ersten Blick ziemlich abgedroschen. Bestimmt wurde er bei dem ein oder anderen auch schon als Tattoo auf der Haut verewigt. Bei mir hängt er gedruckt an der Wand (na gut, eigentlich an einem notgedrungen zu Deko umfunktionierten Lattenrost).

Dass das Leben unaufhaltsam vorwärts schreitet, merken wir spätestens an den Falten in unserm Gesicht. Oder mit Mitte 40, wenn manch einem plötzlich auffällt, dass er im Leben einiges verpasst hat und dies aufholen will (Tipps bei Midlife Crisis). Wer seine Lebenszeit nicht nur absitzen möchte, muss aktiv werden und bleiben.

Ins Ziel schlingern

Mit Mindestaufwand kommen wir schon auch an irgendein Ziel. Einfach auf’s Rad setzen, einmal treten und losrollen. Bei dieser Fahrweise heißt die Endstation dann „Tod“ und ist unausweichlich. Also keine große Leistung und zudem holprig, weil wir uns nur alle paar Meter aufraffen und in die Pedale treten. Da kommen wir ganz schön ins Schlingern, weil die Fahrt nur so vor sich hintuckert und wir nur damit beschäftigt sind, Hindernissen auszuweichen. Unangenehm. Nahe am Abgrund entlang, kurz vor dem Hinfallen. Auch mit einem Sturz kann die Endstation „Tod“ erreicht werden.

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Mit Schwung ins Ziel

Wenn wir aber kräftig in die Pedale treten, können wir unser Fahrrad dorthin lenken, wo unser nächstes Ziel liegt. Wir können Umwege einplanen, Hindernisse umfahren oder diese auch mal crashen – Erfahrungen und Fehler sind wichtig, damit wir uns weiterentwickeln! Aber wir haben wenigstens die Wahl, welchen Weg wir nehmen. Die Ziele können dann „Beruf“, „Familie“ oder „Glück“ heißen. Und mit jedem neuen Strampler behalten wir unsere Balance in Richtung Station, welche wir zuvor anvisiert haben. Dabei treten wir aber nicht ununterbrochen. Zwischendrin müssen wir auch mal abschalten und uns ein paar Meter treiben zu lassen, um neue Kraft zu schöpfen. Vielleicht auch mal schlingern. Das ist genauso wichtig, wie anschließend wieder loszutrampeln. Denn ohne Balance fallen wir um und rollen gen Abgrund.

Was der Spruch für mich bedeutet

Ich brauche ihn an meiner Wand, um mich täglich daran zu erinnern, nicht in eine Starre zu verfallen, sondern in allen Belangen aktiv zu bleiben. Unangenehme Aufgaben zu erledigen. Meine Ziele nicht zu verlieren.

Und das sagt Fran dazu

Der Spruch bedeutet für mich, dass man den Blick in die Zukunft gerichtet halten und einfach weitermachen sollte, egal, welche Probleme, Verletzungen oder Umwege einen zum Innehalten verleiten. Ein bisschen (Selbst-)Reflexion ist sicherlich wichtig (sie ist sozusagen der Kilometerzähler am Lenkrad, den man ab und zu richten sollte), aber man sollte nicht zu lange in die Vergangenheit blicken. Denn wer beim Fahrradfahren zurückschaut, verliert das Gleichgewicht oder baut einen Unfall. Aufs Leben bezogen bremst man sich selbst aus, wenn man sich z.B. mit früheren Erinnerungen quält oder alte Probleme immer noch lösen will, und dann nicht bereit ist, neue Pfade zu gehen. Manchmal muss man einfach weitergehen, weil man sich sonst im Kreis dreht und die Orientierung verliert – als ob man mit dem Fahrrad hundertmal um denselben Straßenkreisel fährt und niemals eine Abzweigung nimmt, um wieder geradeaus zu fahren. Woher weiß man dann noch, wohin es geht?
Außerdem bedeutet „keep moving“ für mich auch, dass man sich nicht von seinen Zielen ablenken lässt. Wenn man sich auf dem Rad ständig umblickt, muss man abbremsen, um alles mitzubekommen, und gelangt so langsamer ans Ziel. Konzentriert man sich im Leben also auf das Wesentliche und auf seine Ziele, dann macht man schneller Fortschritte und die (innere) Balance stellt sich fast von selbst ein!

Wie interpretiert ihr diesen Spruch?