Geschichte eines Tierschutzhundes

Hallo Leute,

mein Name ist Leo. Besitzerin Siri hat mich gebeten, hier meine Geschichte zu erzählen. Sie meinte, dass ich fame werden könnte. Keine Ahnung, was das heißt. Wenn dann aber noch mehr Leute mit mir spielen, finde ich das super.

Ich bin jetzt ein dreiviertel Jahr alt, aber an die ersten Wochen meines Lebens erinnere ich mich kaum. Ich weiß nur, dass ich noch zwei Geschwister habe und uns niemand bei sich haben wollte. Auch Besen und Männer spielten eine Rolle, denn vor beiden Dingen habe ich heute noch etwas Angst. Nach etwa zwei Monaten wurden wir zum Glück von lieben Menschen gerettet. Sie nannten sich Tierschutzverein und brachten uns in eines ihrer Häuser. Dort lebten wir mit vielen Hunden und Katzen zusammen. Manchmal wurde ich so sehr von den anderen gebissen, dass heute vernarbte, weiße Stellen in meinem Fell zu sehen sind. Autsch. Außerdem hatte ich immer großes Bauchweh…

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Da war ich 4 Monate alt!

Kurz darauf kam Siri mit ihrer Familie auf den Hof. Ich tappste verwirrt herum und schlief vor ihren Füßen erschöpft ein. Währenddessen mussten sie alles geregelt haben, denn als ich wieder aufwachte, saßen wir schon im Auto Richtung neues Zuhause. Ich bekam ein eigenes Körbchen und viele tolle Spielzeuge! Aber mein Bauch tat so weh, dass ich mich kaum darauf konzentrieren konnte. Ich war wie im Delirium, musste mich oft übergeben und das mit dem Stubenreinwerden habe ich auch nicht geschafft. Meine neue Familie wunderte sich über meinen dicken Bauch, dabei war das doch der Darm! Schließlich brachten sie mich zum Tierarzt, der böse Parasiten (Giardien) bei mir feststellte, die sich unter anderem beim Zusammenleben mit Katzen übertragen. Bei mir war sogar schon die Darmschleimhaut angegriffen. Fortan musste ich sehr starke Medikamente nehmen und bekam jeden Tag etwas Besonderes mit Reis und Hühnchen gekocht. Naja, rohe Knochen schmecken mir besser.

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Und so sah ich am ersten Tag bei Siri aus – süß, oder?

Während dieser ganzen Zeit bin ich kaum gewachsen. Nach meiner Genesung wurde ich endlich größer, aber durch die Bakterien habe ich Wachstumsschäden zurückbehalten, wie zum Beispiel an den Beinchen. Die kompensiere ich einfach mit meinen riesigen Ohren! Jetzt bin ich endlich komplett gesund. Zwar sehr empfindlich, aber ich werde von meiner Familie jeden Tag mit leckeren Vitaminen und Nährstoffen versorgt, die mich abhärten.

Einer meiner Eltern ist ein Kelpie. Das sind Hütehunde, die sogar über den Rücken von Schafen laufen! Ich mache das auch oft, wenn meine Herrchen schlafen: einfach Anlauf nehmen und auf den Bauch springen, dann stehen sie meistens auf und beschäftigen mich. Ziel erreicht! Ich mag es nicht, wenn sich ein Familienmitglied entfernt. Die Herde muss doch zusammenbleiben! Beim Spazieren kreise ich sie dann ein, damit sie wieder zusammenfinden, aber viel bringt es nicht. Wenn sie nicht daheim sind, klettere ich auf’s Sofa und schaue stundenlang aus dem Fenster und warte, bis sie zurückkommen. Wenn das zu langweilig wird, räume ich das Haus auf. Dreckwäsche muss in mein Körbchen, Schuhe auf’s Bett und Spielzeug auf die Couch.

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Siri und ich sind dicke Freunde.

Na endlich, da sind sie ja wieder! Jetzt muss ich das ganze Rudel begrüßen und durchzählen, damit keiner fehlt. Ich liebe meine Familie und brauche ständig Körperkontakt zu ihnen. Dafür höre ich wie alle Kelpies nicht so gerne, wenn der Befehl keinen Sinn ergibt. Und vor allem merke ich mir nichts auf Anhieb. Zumindest tue ich so, eigentlich bin ich nämlich ziemlich clever.

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Sobald Siri mir mein Geschirr anzieht, weiß ich, dass es gleich losgeht!

Bei Spaziergängen renne ich fast ununterbrochen. Siri sagt immer, ich sei ein Akku mit viel Energie und wenig Aufladezeit. Es gibt so viel zu schnüffeln und zu entdecken! Wir treffen dabei fast immer Spielkameraden. Eigentlich sind alle Hunde meine Freunde, auch die grimmigen. Wenn ich auf dem Weg Vögel sehe, muss ich sofort los. Ich würde so gerne mit ihnen spielen, aber es macht auch Spaß, ihnen vom Boden aus hinterherzurennen. Zuhause klettere ich am liebsten auf meiner selbstgebauten Brücke herum und spiele Tauziehen.

So, das war auch schon meine Geschichte.

Vergesst nicht, meine armen Freunde aus dem Tierheim zu retten. Ich hoffe, meine Story konnte euch in dieser Entscheidung bestärken. Mir wurde glücklicherweise zweimal das Leben gerettet: einmal vom Tierschutz und danach von meiner Familie, als ich wegen der Bakterien fast gestorben wäre. Ich hoffe, dass ihr das Richtige tut.

Euer Leo

Ps. Tierheime und -stationen in eurer Nähe findet ihr ganz einfach über die Google-Suche. Dort könnt ihr spenden, Patenschaften übernehmen oder den Verein durch eure Mitgliedschaft unterstützen. Weitere Infos zum Tierschutz allgemein auch unter http://welttierschutz.org/

Habt ihr auch einen meiner Kumpels aus dem Tierheim oder vom Tierschutz adoptiert?