10 Tipps gegen Reiseübelkeit

Reiseübelkeit ist echt zum KoVerrücktwerden. Fälschlicherweise wird immer angenommen, dass sie nur bei Fernreisen oder langen Fahrten auftritt. Aber die Betroffenen scheuen sich im Alltag schon vor kurzen Bus- und Zugfahrten, müssen immer den richtigen Sitzplatz erwischen und wirken oft unfreundlich und abwesend, während sie sich eigentlich nur darauf konzentrieren, die anderen Fahrgäste nicht mit ihrem Mageninhalt zu beglücken. Weil das Thema bei mir leider im Alltag allzu präsent ist und ich mit den kurzen Ratschlägen im Internet nicht viel anfangen kann, hier meine 10 besten Tipps gegen Reiseübelkeit.

1. Essen mitnehmen

Bestenfalls steigt ihr niemals hungrig in ein Verkehrsmittel. Denn Hunger lässt die Übelkeit meistens sofort aufkommen, manchmal sogar ganz ohne Fahrzeug 🙂 Wenn ihr also angenehm (wer sich vorher beim Bahnhof-McDonald’s einen Burger reinzieht, ist selber schuld!) gesättigt seid, kann’s losgehen. Denkt aber daran, dass ihr während der Fahrt schneller hungrig werdet als sonst, da der Magen in Aufruhr ist und beständig beruhigt und gefüllt werden will. Da empfiehlt sich ein Snack, der weder fettig ist noch stinkt. Wem beim Geruch von Fisch generell schlecht wird, der wird im Zug erst recht keine Freude am Matjesbrötchen haben. Überlegt, welche Lebensmittel euren Magen und Geist beruhigen, womit ihr euch wohlfühlt. Ich finde belegte Brote, Brötchen, Salzstangen, Brezen, Nussriegel, Kekse und Reis gut. Dabei ist für mich die gesunde Ernährung ausnahmsweise zweitrangig.

2. Wenig trinken

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Das ist die Krux am Reisen: Durch die eh schon klimatisierte und trockene Luft müsste man eigentlich mehr trinken, viel Flüssigkeit schaukelt aber im Magen und führt somit zu… ihr könnt es euch denken. Mein Tipp: Vor der Reise drauf achten, dass ihr euch nicht den Bauch vollgluckert, während der Fahrt dann nur kleine Schlucke nehmen. Mein größter Fail war mal, als ich drei Stunden lang Powersport gemacht, danach hungrig einen Liter Wasser reingelassen und mich auf den Beifahrersitz gesetzt habe. Uiui, der Abend endete für mich am Straßengraben…

3. Tüten einstecken

Panik ist schlecht. Mir geht es immer viel besser, wenn ich irgendeinen alten Plastikbeutel oder eine Bäckertüte in der Tasche habe. Denn so bin ich halbwegs entspannt, FALLS doch etwas passiert, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

4. Entspannung

Aufregung und Stress schlagen bekanntlich auf den Magen und verschlimmern somit die Übelkeit. Tut alles, um diese Zustände zu vermeiden, zum Beispiel mit eurer Lieblingsmusik, einem Hörbuch oder schönen Gedanken. Auch eine gute Reiseplanung gehört dazu. Keinesfalls solltet ihr das Fahrzeug besteigen und schon auf die Übelkeit warten, denn dann kommt sie auch.

5. Kopf nicht drehen

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Ich weiß nicht warum, aber jedesmal, wenn ich nach unten schaue, kommt die Übelkeit hoch. Bei euch auch? Dann lasst besser auch das Lesen, Handys sollten auf Augenhöhe gehalten werden. Es mag zwar unhöflich erscheinen, wenn ihr im Auto mit dem Fahrer quatscht und den Blick stur nach vorne haltet, aber wenn ihr kurz erklärt, was los ist, wird er mit Gedanken an seine Sitzbezüge auch froh sein, wenn’s euch gut geht 🙂

6. Blick nach innen richten

Hört sich erstmal komisch an, aber hilft mir ungemein! Statt mit den Augen ständig aus dem Fenster zu sehen und das Gehirn noch mehr zu verwirren (zur Erinnerung: die Übelkeit entsteht durch nicht zueinanderpassende Sinneseindrücke, d.h. der Gleichgewichtssinn meldet Ruhe, während die Augen Bewegung wahrnehmen), schweife ich gedanklich bewusst in die Ferne, damit mein Blick leer wird und nichts mehr aufnimmt. Probiert’s mal aus!

7. Wohlfühlatmosphäre schaffen

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Wenn uns der Magen schon Schwierigkeiten bereitet, sollten wir wenigstens die äußeren Umstände so anpassen, dass es uns nicht noch schlechter geht. Mir geht es auf Schiffen besser, wenn ich mich am Tisch festkralle oder im Flugzeug, indem ich auf einen bestimmten Punkt starre (fun fact: auf einem Flug nach San Francisco habe ich sehr zur Belustigung der anderen Passagiere mal 13 Stunden lang das WC-Schild angeglotzt).

8. Der Sitzplatz

Je nach Verkehrsmittel gibt es bessere und schlechtere Sitzplätze. In Bahnen kann ich zum Beispiel schlecht seitlich sitzen, im Bus besser nicht hinten und im Flugzeug am besten mittig. Falls keiner der guten Plätze frei sein sollte, stehe ich lieber mit Blick in Fahrtrichtung.

9. Temperatur beeinflussen

Es kommt noch dicker, wenn das Gefährt klimatisiert ist oder gar die Heizung läuft. Kleidet euch deshalb im Zwiebellook, um unangenehmer Hitze oder Kälte zu entkommen.

10. Medikamente

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Ich möchte euch hier keine bestimmten Medikamente empfehlen, allerdings gehe ich mittlerweile nicht mehr ohne außer Haus. Falls ihr welche kaufen wollt, lasst euch in der Apotheke beraten. Es gibt zum Beispiel Kaugummis, wasserlösliche Kügelchen und homöopathische Mittel.

Was genau im Körper bei Reiseübelkeit vorgeht, lest ihr bei netdoktor.de/reisekrankheit.

Habt ihr auch Tipps gegen Reiseübelkeit? Wie geht ihr damit um?