Auf einer Wellenlänge

Ich muss euch warnen, heute werd ich mal etwas philosophischer. So wie ihr alle bin ich eben nicht immer in der gleichen Stimmung – und genau darum geht es heute. Mein Aha-Erlebnis zu den Aufs und Abs im Leben hatte ich durch einen inspirierenden Artikel des Magazins „Zeit zu leben“. Vielleicht helfen euch diese Betrachtung und meine Gedanken dazu, eure Schwächen besser erklären und akzeptieren zu können.

Bisher fand ich, dass der bekannte Spruch „Das Leben ist eine Achterbahn“ ganz gut zutrifft: Der Lebensweg verläuft eben durch Höhen und Tiefen, Glück und Elend, und manchmal rast man so schnell von einem ins andere, dass man bildlich gesprochen nur die Arme hochreißen und schreien kann. Aber es gibt noch etwas anderes als diese harten Gegensätze: Das Hoch und Tief spielt sich oft in ganz kleinen Wellen ab.

Das Auf und Ab des Lebens

Der Rhythmus im Leben – was soll das eigentlich heißen? Vielleicht könnt ihr euch auch damit identifizieren: Es gibt Tage, an denen ihr wie Superman persönlich hochmotiviert alle Anforderungen auf der Arbeit oder im Studium bewältigt, sämtliche To Dos (Einkaufen, Oma besuchen, Bad putzen) wie nebenbei erledigt und zur Krönung vielleicht sogar etwas Kreatives geschaffen habt (Geschichte geschrieben, Bild gemalt oder was auch immer).
Nur einen Tag später trödelt ihr herum, findet keine Energie, um euch mit dem Kollegen zu besprechen und den Krimi auf dem Nachttisch wie geplant fertigzulesen. Und am Ende noch etwas kreieren? Könnt ihr vergessen. Inspiration, Disziplin oder körperliche Leistungsfähigkeit sind solche Bereiche, in denen ihr diese Hoch- und Tiefphasen bestimmt kennt.
Und auch auf Zwischenmenschliches würde ich diese Theorie übertragen: In einer Freundschaft steht man mal mehr, mal weniger in Kontakt, man tauscht sich mal oberflächlich und mal sehr tiefgründig aus, mal gibt es Differenzen und mal hat man alles gemeinsam. Auch in Beziehungen fühlt man sich mal mehr „auf einer Wellenlänge“ und mal weniger, es gibt Phasen der spürbaren Verbundenheit und Phasen des pragmatischen Alltags.

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Fragt ihr euch abends auch manchmal, warum ihr eure heutigen Ziele nicht erreicht habt (und schaut dabei hinaus in so ein furchtbar kitischiges Panorama)?

Zurück zur Menschlichkeit

Kaum hatte ich diesen Artikel fertig gelesen, schon meldete sich mein Gewissen, das mir spöttisch faule Ausreden und Schwäche vorwarf:
„Du hast keine Lust mehr zu lernen? Ok, das klingt nach einem Rhythmus-Tief in deinem Leben – leg dich lieber schnell ins Bett!“
Natürlich muss man sich manchmal im Leben „zusammenreißen“ und sich mal zu etwas zwingen (in der Komfortzone wird man niemals dauerhaft glücklich!), aber man sollte sich wirklich nicht dauernd aus dem eigenen Rhythmus werfen. Es hat schon seinen Sinn, dass uns der Körper manchmal eine Pause empfiehlt oder unser Hirn nach Urlaub verlangt, bevor wir weiter kreativ sein können.

Müssen wir also die „schlechten“ Phasen mit aller Gewalt verleugnen, verbiegen, verändern? Nein, sie gehören dazu. Schwächen, Pausen und Nichtstun (was auch immer das genau sein soll) sind erlaubt. Wenn wir immer gleich gelaunt, gleich leistungsfähig und gleich eingestellt wären – wo bliebe da die Abwechslung, wo unsere Menschlichkeit? Würdet ihr euch noch über Hochs freuen und sie würdigen, wenn es keine Down-Phasen gäbe?
Was ich für mich erkannt habe und euch raten würde: Akzeptiert, dass ihr nicht alles im Leben kontrollieren könnt. Dass Glück, Kraft und Inspiration kommen und gehen wie Wellen. Ihr könnt sie weder herbeizwingen noch festhalten, aber das ist auch nicht nötig. Lasst euch einfach treiben. Oder wie „Zeit zu leben“-Autor Ralf Senftleben es ausdrückt:
„Akzeptiere das Auf und Ab. Und surfe die Welle.“

Wir wünschen euch viel Spaß dabei und sind gespannt auf eure Erfahrungen! 🙂